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Die Alleskönner: Sekundäre Pflanzenstoffe

Dieser Eintrag stammt von Jörg Am 1.1.2009 @ 12:31 In Krebs, Ernährung | 2 Kommentare

Pflanzen produzieren sekundäre Pflanzenstoffe als Farb-, Aroma- und Duftstoffe. Sie dienen ihnen ebenfalls als Wachstumsregulatoren und Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten. Sie wirken sich auf unseren Organismus positiv aus, denn sie beugen Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen vor. Ausgegangen wird heute von 100.000 verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen. In Bezug auf die Krebsentstehung lässt sich sagen, dass die sekundären Pflanzenstoffe eine große Rolle als Radikalfänger spielen und so als Zellschützer gelten. Wir nehmen sogar mit der Nahrung zehnmal so viele sekundäre Pflanzenstoffe wie antioxidative Vitamine auf.  

Die wichtigsten Gruppen der sekundären Pflanzenstoffe: 

1) Die Karotinoide sind Naturfarbstoffe, die in rot- und gelb gefärbtem Gemüse und Obst vorkommen, also beispielsweise in roter und gelber Paprika, Karotten (Beta-Karotin), Tomaten (Lycopin), Äpfeln und Mais. Viele Karotinoide sind Vorstufen des Vitamin A und wirken als Antioxidantien vorbeugend gegen Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  

2) Einen typischen Geschmack und Geruch weisen die Glucosinolate auf, die vorwiegend in der Familie der Kreuzblütler vorkommen: Rettich, Senf sowie alle Kohlarten sind wichtige Vertreter dieser Gattung. Glucosinolate wirken krebsvor- beugend, entzündungshemmend und cholesterinspiegelsenkend. Verluste entstehen beim Kochen oder Fermentieren der Lebensmittel.  

3) Polyphenole sind die wahren Alleskönner unter den sekundären Pflanzenstoffen. Sie sind häufig farb- und aromagebende Faktoren und befinden sich vor allem in pflanzlichen Schalen, Blättern und Randschichten. Dort entfaltet sich ihre antioxidative Wirkung: Sie schützen das darunter liegende Pflanzengewebe vor schädlichen Umwelteinflüssen. Diese Schutzfunktion kommt auch dem menschlichen Organismus zu Gute, denn wer reichlich Polyphenole zu sich nimmt, leidet weniger oft an Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Krebs. Das Phänomen, dass Menschen in den Ländern am Mittelmeer deutlich seltener an Herz-Kreislauf-Krankheiten sterben, obwohl verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht sowie erhöhte Blutfettwerte in der Bevölkerung gleich häufig vorkommen (französisches Paradoxon), wird der hohen Polyphenolaufnahme über Gemüse, Obst und moderatem Rotweinkonsum zugeschrieben. Polyphenole wirken des Weiteren antibakteriell, entzündungshemmend, blutdrucksenkend und stärkend auf das Immunsystem. Da durch verschiedene Reaktionen der Polyphenolgehalt in Pflanzen nach der Ernte und bei der Verarbeitung schnell absinkt, empfiehlt es sich, Gemüse und Obst sehr frisch, natürlich ungeschält und Säfte möglichst naturtrüb zu genießen. Wer Gemüse in Wasser kocht, kann das Kochwasser für Saucen oder ähnliches weiterverwenden, da sich manche Polyphenole auswaschen. Auch Tees, insbesondere grüner Tee, sind reich an Polyphenolen.  

4) Eine zellschützende und risikosenkende Wirkung in Bezug auf Brust-, Gebärmutterschleimhaut- und Prostatakrebs ist bei Phytoöstrogenen zu beobachten, die dem Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) strukturell ähnlich sind. Phytoöstrogene sind in Hülsenfrüchten, fermentierten Sojaprodukten, Gemüse und Obst, hier hauptsächlich Beeren, reichlich enthalten.  

5) Weitere wichtige Gruppen der sekundären Pflanzenstoffe sind: Die Phytosterine, die durch ihre cholesterinähnliche Struktur eine Senkung des Cholesterinspiegels hervorrufen, die Terpene, die zumeist aromatisch riechen und krebsvorbeugend wirken oder die Sulfide, die ebenfalls das Krebsrisiko senken und eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung entfalten.  

Übersicht: Wichtige Sekundäre Pflanzenstoffe 

Sekundärer Pflanzenstoff Wirkung Enthalten in
Karotinoide Schutz der Zellmembranen gelb-, orange- und rotgefärbtem Gemüse und Obst, Eidotter
Glucosinolate Schutz vor Krebs, antibakteriell, cholesterinspiegelsenkend verschiedene Kohlarten, Raps, Rettich, Senf
Sulfide antibakteriell, Schutz vor Krebs, entzündungshemmend Knoblauch, Lauch, Zwiebeln
Polyphenole Schutz der Zellmembranen, antibakteriell, Schutz vor Krebs, Thrombosen, Entzündungen, blutdrucksenkend Tee, Weintrauben, naturtrübe Säfte, Beeren, Kirschen
Phytoöstrogene Senken das Risiko für Gebärmutter-, Brust- und Prostatakrebs Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Kerne, Beeren
Phytosterine cholesterinspiegelsenkend Sonnenblumen- und Sesamkerne, Sojaöl
Terpene Schutz vor Krebs Gemüse, Obst, Wein, Gewürze

Abschließend ist noch einmal zu betonen, dass Gemüse und Obst je nach Sorte höchst unterschiedliche Zusammensetzungen an Vitaminen, Mineralstoffen, Nahrungsfasern und sekundären Pflanzenstoffen beinhalten. Es ist deshalb wichtig, verschiedene Gemüse- und Obstsorten möglichst abwechslungsreich in den Speiseplan einzubauen. Eine solche Wirkstoffkombination erhält die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und schützt optimal vor Krankheiten.  

Warum noch warten und nicht gleich starten?   Das tägliche Kilogramm. 

Es fällt nicht wirklich schwer, bei dem jetzt gesammelten Wissen über die geballte Wirkstoffladung in Gemüse und Obst einfach loszulegen. Leiten Sie für sich doch schon beim nächsten Einkauf die Ära einer gesunden, mit reichlich Wirkstoffen bestückten Ernährung ein! So unterstützen Sie ihren Körper in idealer Weise.  

Eine Erhöhung des täglichen Gemüse- und Obstkonsums auf 1 Kilogramm könnte das weltweite Krebsaufkommen um bis zu 23 Prozent senken.

Diese Erhöhung des Konsums ist eine der wichtigsten Forderungen an die tägliche Ernährung und sie ist ähnlich wichtig anzusehen wie der Ruf verschiedener Gesundheitsorganisationen nach einem Rauchverzicht. Viele namhafte Gesundheitsorganisationen, wie beispielsweise die World Health Organisation (WHO), propagieren seit Jahren die so genannte „5-am-Tag“-Kampagne. Sie soll dafür sorgen, den Gemüse- und Obstkonsum in den westlichen Industrienationen erheblich zu steigern. Der tägli-che Genuss von mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst, wobei der Schwerpunkt auf dem Gemüseverzehr liegt, ist demnach geeignet, um die Gesundheit optimal zu erhalten, zu fördern und schweren Krankheiten vorzubeugen. Ideal wäre ein Konsumverhalten, bei dem durch den täglichen Verzehr von Gemüse und Obst ein Gesamtgewicht von 1 Kilogramm erreicht würde. So werden Sie sich wohler fühlen, ihren Körper in ein gesundes (Gewichts-) Gleichgewicht bringen, ihre Wirkstoffreserven wieder auffüllen und ihr Leben aktiver genießen! Gemüse und Obst ist ein kalorienarmer, preiswerter, schmackhafter und überall einfach zu erwerbender Wirkstoffcocktail. Lassen sie ihn nicht „links liegen“!  

Seine Wichtigkeit für uns und unsere Gesundheit ist unübersehbar. Obst und Gemüse senken das Krebsrisiko: 

möglich: wahrscheinlich: überzeugend:
Schilddrüse Kehlkopf Mundhöhle/Rachen
Leber Bauchspeicheldrüse Speiseröhre
Gebärmutter Blase Lunge
Prostata   Magen
Nieren   Darm

Lt. WHO könnten jährlich 2.7 Millionen Krebsfälle durch eine adäquate Ernährung verhindert werden. 

Quelle:   Dt. Gesellschaft für Ernährung und Diätetik.   [1] www.ernaehungsmed.de


2 Kommentare To "Die Alleskönner: Sekundäre Pflanzenstoffe"

#1 Comment By Zukunftsreporter On 5.1.2009 @ 5.1.2009

Wichtig auch noch: Auf Bioqualität achten (möglichst noch aus der Region) und gleichzeitig den Fleischkonsum senken, der nämlich ebenfalls das Krebsrisiko erhöht.


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