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Alu in Deo-Sprays kann möglicherweise Brustkrebs auslösen
Reading — Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen, mindestens jede Zehnte erkrankt im Laufe ihres Lebens. Östrogene spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit. Aber auch Substanzen, die dem Hormon ähneln, stehen unter dem Verdacht, Brustkrebs auszulösen. Dazu zählen etwa Pflanzenextrakte, die so genannten Phytoöstrogene, und auch in Pestiziden oder Plastikprodukten sind Verbindungen enthalten, die im Körper wie das Hormon Östrogen wirken.
Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass nur große, komplexe Moleküle die Hormonrezeptoren besetzen und sie aktivieren können. Doch jüngste Studien deuten darauf hin, dass auch einzelne geladene Metallatome, die so genannten Metallöstrogene, in der Lage sind, am Östrogenrezeptor anzudocken.
Die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins „Journal of Applied Toxicology“ lenkt die Aufmerksamkeit der Krebsforscher auf Aluminiumverbindungen, die in vielen Deodorants vorkommen. Theoretisch, mutmaßen die Autoren, könnten Aluminiumionen aus Deos in den Körper gelangen und dort ihre hormonartige Wirkung entfalten. Viele Deos bestehen bis zu einem Viertel aus Verbindungen wie Aluminium-Chlorohydrat.
Ein direkter Zusammenhang zwischen Deos, die solche Verbindungen enthalten, und der Entstehung von Brustkrebs ist allerdings nicht bewiesen. „Jedes für sich haben die verschiedenen Metallionen keinen sehr starken Einfluss auf die Krebsentstehung“ so die Autorin der Studie, Philippa Darbre. „Insgesamt könnten sie aber wie Teilchen eines Puzzles die Entstehung von Brustkrebs beeinflussen.“
Die Wirkung von Metallionen als östrogenartige Substanz könnte auch erklären, weshalb Raucherinnen häufiger an Brustkrebs erkranken. Das im Tabakqualm enthaltene Cadmium kann im Körper ebenfalls an Östrogenrezeptoren andocken und so wohlmöglich die Entstehung von Brustkrebs fördern. Bewiesen ist bereits, dass Raucherinnen vermehrt Cadmium im Brustgewebe haben.
Fundstelle: Die Welt 3.3.2006 Seite 31