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Männer vom Aussterben bedroht?
Dieser Eintrag stammt von Jörg Am 8.12.2008 @ 11:39 In Gesundheit allgemein | Keine Kommentare
Verweiblichung in der Natur auf der einen Seite, verringerte Spermienproduktion beim Mann auf der anderen. Der Film von Sylvie Gilman und Thierry de Lestrade ist eine wissenschaftliche Ermittlung, die beunruhigende Fakten aufdeckt und störende Fragen aufwirft.
Verweiblichung in der Natur auf der einen Seite, verringerte Spermienproduktion beim Mann auf der anderen. Merkwürdige und beunruhigende Entwicklungen, zwischen denen lange Zeit niemand einen Zusammenhang sah oder sehen wollte.
Und wenn die beobachteten Phänomene eine gemeinsame Ursache hätten?
Die Probleme des männlichen Fortpflanzungsapparates sind heute ebenso ernst zu nehmen wie die Weltklimaveränderung. Das ist die gewagte Hypothese zahlreicher Wissenschaftler, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa. Sie sind davon überzeugt, dass solche Pathologien und Missbildungen auf Umweltfaktoren zurückzuführen sind. Die „Schuldigen“ sind nach ihrer Überzeugung die zahlreichen Moleküle, die von der chemischen Industrie auf den Markt gebracht werden: PCB, DDT, Flammenverzögerer, Phtalate, Pestizide usw. - eine ellenlange Liste chemischer Komponenten, die auf das Hormonsystem einwirken („hormonaktive Stoffe“) und eine Verweiblichung verschiedener Lebensformen bewirken. Eine folgenschwere Erkenntnis, denn mit der Fruchtbarkeit steht auch die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel. Sollten diese Wissenschaftler Recht haben, müssen wir weite Felder unseres Konsumverhaltens völlig überdenken. Angesichts der mächtigen Industrielobby ist das eine echte Herausforderung und erfordert auch auf politischer Ebene eine Debatte.
Die Gründe für den Film:
Jede Information ist besser als gar keine.Vermeintlich inaktive Moleküle können also Hormone nachahmen und unseren Körper täuschen. Das Plastikröhrchen diente uns als Ausgangspunkt für unsere Entdeckungsreise in die Welt der Moleküle. Dass viele dieser zahlreich vorhandenen Teilchen zu den „hormonaktiven Stoffen“ gehören, wurde häufig nur per Zufall entdeckt. Die im Film zu Wort kommenden Wissenschaftler sind erstaunliche Persönlichkeiten. Sie denken bei unerwarteten Wendungen rasch um und werden kreativ. Bei der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse etwa hielten sie dem Druck durch die Industrie stand, und heute sind sie bereit, die Debatte aus den Labors heraus in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn natürlich wirft die Entdeckung der „hormonaktiven Stoffe“ Fragen auf. Allen voran die nach der Verantwortung des Staates: Wie können die Tausende von chemischen Molekülen kontrolliert werden, die der Mensch seit 50 Jahren herstellt? Bisher werden diese Substanzen, bevor sie auf den Markt kommen, lediglich von der Industrie auf ihre Unschädlichkeit getestet. Wir alle müssen uns Fragen über den Einfluss unseres Umfelds stellen, über all die liebgewordenen Gegenstände, die für unseren täglichen Komfort unerlässlich sind, die aber möglicherweise unsere Fruchtbarkeit und unsere Gesundheit beeinträchtigen. Auf der Suche nach Erklärungen ist dieser Film entstanden, denn jede Information – auch die noch so beängstigende – ist besser als gar keine. Wir haben die einzelnen Erkenntnisse und Entdeckungen wie ein Puzzle aneinander gereiht. Dabei ging es uns darum, wissenschaftliche Fakten zu einer spannenden und verständlichen Erzählung zusammenzufügen.
Sylvain Gilman et Thierry de Lestrade
Ein Film, gesendet am 25.11.2008 auf ARTE um 21 Uhr.
Fundstelle: [1] http://www.arte.tv/de/Willkommen/Males-en-peril/2283996.html
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