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Nährstoffe in unserer Nahrung

Dieser Eintrag stammt von Jörg Am 8.12.2008 @ 16:47 In Ernährung | Keine Kommentare

In den Jahren 1985 und 1996 wurden zwei voneinander unabhängige Untersuchungen über die Inhaltsstoffe unserer Nahrung durchgeführt. Der bekannte Ernährungswissenschaftler und Sportmediziner Prof. Dr. Heinz Liesen stellte am 24.8.1997 in einem Artikel in der „Welt am Sonntag“ fest, dass die Qualitätunserer Ernährung hinsichtlich der wichtigen Inhaltsstoffe stark rückläufig ist und unsere normale Ernährung schon seit Jahren nicht mehr den eigentlichen Grundbedarf unseres Körpers an Vitaminen und vielen anderen Mikronährstoffen deckt, was dazu führte, dass die Menschen zwar noch nicht krank sind, das Immunsystem jedoch bei den meisten Menschen bereits stark geschwächt ist, wodurch die Anfälligkeit für Krankheiten immens steigt. 1985 und 1996 gab es 2 Untersuchungen aller möglicher Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe. Die Werte sind immer je 100g angegeben: 

Lebensmittel Inhaltsstoffe 1985 1996 Differenz
Bananen Calcium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
8
23
31
330
7
3
27
22
minus 12%
minus 84%
minus 13%
minus 92%
Bohnen Calcium
Folsäure
Magnesium
54
39
26
34
6
22
minus 37%
minus 84%
minus 15 %
Brokkoli Calcium
Folsäure
Magnesium
103
47
24
33
23
18
minus 60%
minus 25%
minus 25%
Kartoffeln Calcium
Magnesium
Vitamin C
14
27
25
4
18
20
minus 70%
minus 33%
minus 25 %
Spinat Magnesium
Vitamin B6
Vitamin C
62
200
51
19
82
21
minus 68%
minus 59 %
minus 58%

Quellen: 1985 Pharmakonzern Geigy, 1996 Lebensmittellabor Karlsruhe 

Gründe: Ausgelaugte Böden, Luftverschmutzung, zu schnelles Wachstums, lange Lagerung. 

Die Zusammensetzung der Nahrung hat sich in einem sehr kurzem Zeitraum gewaltig geändert und schon am Beispiel der Banane sehen wir in einem Zeitraum von nur 11 Jahren einen Verlust an Vitamin B6 von 92 %, der Verlust an Folsäure liegt bei 84%. Im Februar 1999 veröffentlichte die US Ärztekammer eine Studie, die belegt, dass gerade die B-Vitamine und Folsäure das Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls mehr als halbieren kann. Ähnliche Nährstoffverluste haben leider fast alle unsere Lebensmittel zu verzeichnen. Der Apfel hat z. B. im gleichen Zeitraum einen Verlust am wichtigsten Vitamin C um 80% hinnehmen müssen. 
Gerade das Vitamin C ist einer der wichtigsten Nährstoffe überhaupt! Es fördert Immunität gegen Infektionskrankheiten, vermindert Cholesterin auf natürliche Weise, beschleunigt die Wundheilung, bekämpft Gefäßerkrankungen und sogar Krebs - wenn wir genug davon zu uns nehmen, denn Vitamine kann unser Körper nicht selbst produzieren.  

Wo liegen nun die Ursachen für diesen erschreckenden Nährstoffverlust?
Zu intensive und einseitige Bodennutzung und Einbringen von Chemikalien in den Boden führt zu Nährstoffverlusten. Grün gepflückte Bananen enthalten noch kaum Vitamine, da diese für ihre Entstehung Sonne benötigen. Ein Nachreifen in Lagerhäusern lässt keine Vitamine entstehen. Lagerung und Transport vernichten viele der Mikronährstoffe, denn z. B. Vitamin C verringert sich bei einer Temperatur von 20° in bereits 2 Tagen um 50%. Oftmals sind Früchte aber wochenlang unterwegs. Industrielle Verarbeitung der Nahrung führt zu weiteren Verlusten an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, da hier mehr Wert auf Wirtschaftlichkeit und Endpreis gelegt wird, als auf Qualität. Eine oftmals ungeeignete Zubereitung lässt ähnliche Verluste wie bei industrieller Verarbeitung entstehen und gibt den Lebensmitteln den Rest.

  • Hohe Temperaturen (lange Garzeiten oder warm halten von Speisen) vernichten Vitamine und andere Mikronährstoffe,
  • Mikrowellenbestrahlung machen die meisten Vitamine wertlos.

Die Auswirkungen des Nährstoffverlustes
Bis zu 80% aller degenerativen Erkrankungen kommen von falscher oder mangelhafter Ernährung, das ist inzwischen erwiesen und unumstritten. Zusätzliche Belastungen sind Umweltverschmutzung, Stress, Nikotin, Ozon, Chemie und unerwünschte Nebenwirkungen vieler Medikamente. Laut einem Bericht des Bundesgesundheitsamtes und der AOK gibt es auf dem deutschen Markt etwa 24.000 Medikamente, deren therapeutische Wirkung nicht nachgewiesen ist.Unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten sind mittlerweile eine der häufigsten Todesursachen. Antibiotika können sogar die Darmgesundheit gefährden, denn sie machen keinen Unterschied bei der Bekämpfung schädlicher wie nützlicher Bakterien. Nach jeder Behandlung mit Antibiotika müsste eigentlich die Darmflora wieder aufgebaut werden, denn 90% unseres Immunsystems sitzen im Darm, wo die Nährstoffe direkt verarbeitet und ihrer Bestimmung zugeführt werden sollen. Viele Medikamente, die gegen bestimmte Leiden verordnet wurden, können bei Langzeiteinnahme als unerwünschte Nebenwirkung einen beträchtlichen Schaden anrichten. 

Schon Hippokrates sagte „Die Nahrung sei deine Medizin und nicht Medizin deine Nahrung“.

Eine gute und ausgewogene Ernährung ist für die Gesundheit von aller größter Bedeutung, vermindert das Krankheitsrisiko erheblich, sichert Lebensqualität bis ins hohe Alter und verlängert die Lebensdauer. Unser Organismus braucht nicht nur Kalorien, Fett und Eiweiß, sondern auch viele Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Ballaststoffe und Antioxidantien, aber in ausreichender Menge! Wer die tatsächlichen Inhaltsstoffe unserer heutigen Nahrung mit dem nötigen Tagesbedarf vergleicht, kommt auf einen gigantischen Bedarf: Für den nötigen Tagesbedarf von Vitamin C müsste man beispielsweise täglich 2kg Erdbeeren oder 1 kg Zitronen verspeisen und der nötige Tagesbedarf an Vitamin E steckt in 6 kg Walnüssen oder 3 Liter Olivenöl.

Fundstelle:   Welt am Sonntag vom 24.8.97 Seite 26 und weitere  Quellen

 Siehe auch:

    [1] Nährstoffverluste


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