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Sonnenflucht gefährlicher als jeder Sonnenbrand

OSLO/BOSTON – Zu viel Sonneneinstrahlung gilt als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Andererseits brauchen wir das Licht zur Produktion von Vitamin D. Was denn nun: Rein in die Sonne oder raus?

Eine norwegische Forschergruppe hat nun anhand einer großen Analyse versucht, Vor- und Nachteile einer Sonnenexposition abzuwägen. Dazu wurden Daten aus dem Internationalen Krebsregister und der Sterbestatistik der WHO über einen Zeitraum von rund 40 Jahren ausgewertet. Johan Moan von der Abteilung für Strahlenbiologie am Institut für Krebserforschung in Oslo und Kollegen bestätigen in Proceedings of the National Academy of Science (2008 105: 668-673) zwar den Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und dem Auftreten von Melanomen. Allerdings zählen sie auch Gegenargumente auf: Der schwarze Krebs tritt häufiger bei Menschen auf, die in geschlossenen Räumen arbeiten, bei Jüngeren findet er sich eher an Stellen, die von Kleidung bedeckt sind.

Auf der anderen Seite stehen die schützenden Effekte von Vitamin D: Neben seiner Bedeutung für den Knochenstoffwechsel scheint es auch eine positive Wirkung auf die Prognose verschiedener Tumoren wie Brust-, Darm-, Prostata- und Lungenkrebs zu haben. Darüber hinaus werden dem Vitamin günstige Effekte im Hinblick auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben. Diesen Zusammenhang bestätigt eine Studie von Thomas J. Wang und Kollegen, die in Circulation (2008, online first) veröffentlicht wurde. Den Untersuchungsergebnissen zufolge steigt das Risiko für Herz und Gefäße mit zunehmender Entfernung des Wohnorts vom Äquator.

Der Vitamin-D-Spiegel kann durch Nahrungsmittel gesteigert werden. Die nicht gerade sonnenverwöhnten Norweger erhöhen ihn beispielsweise durch ausgiebigen Verzehr von Kabeljauleber. Nach Auffassung der norwegischen Autoren ist es aber nicht möglich, den optimalen Vitamin-D-Spiegel allein über die Ernährung zu erreichen. Sie folgern daraus, dass eine moderate UV-Bestrahlung eher günstige Effekte für den Organismus verspricht. Allerdings sind weitere Langzeituntersuchungen wünschenswert – insbesondere um das Krebsrisiko im Auge zu behalten.

MTD, Ausgabe 14 / 2008 S.21, abr,

Fundstelle:   http://www.medical-tribune.de/patienten/news/22305/   12/2008

2 Antworten auf “Sonnenflucht gefährlicher als jeder Sonnenbrand”

  1. Physioblogger sagt:

    “Was denn nun: Rein in die Sonne oder raus?”

    Es ist wie mit allem im Leben..und ich meine wirklich alles!!!

    Die Dosis macht das Gift!!

    Also keine Dauersonnenbäder, aber auch kein Stubenhocken!!

    Gruß:

    Physioblogger

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