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Obst- und Gemüseverzehr und Krebserkrankungen des oberen Verdauungstraktes
In eineraktuellen Publikation zur EPIC-Studie wird eindrücklich der Zusammenhang zwischen dem täglichen Verzehr von Obst und Gemüse und dem Risiko, an Krebs im oberen Verdauungstrakt zu erkranken, aufgezeigt.1 Dabei profitieren eher Männer als Frauen von einer obst- und gemüsereichen Ernährung, da die Risikoabsenkung besonders bei Personen mit geringem Konsum (<300g/Tag) zum Tragen kommt. Nach den Daten der EPIC-Studie sinkt das Risiko für Mund-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs um durchschnittlich 9% pro 80g täglich verzehrtem Obst und Gemüse. Während sich bei Frauen das Risiko um 4% verringerte, waren es bei Männern sogar 12%. Dabei besteht eine Risikobeziehung anscheinend nur bis zu einem „Schwellenwert“ von etwa 300g/Tag was bedeutet, dass Personen, die bereits mehr als 300g verzehren, durch eine Erhöhung der Verzehrsmenge ihr Erkrankungsrisiko vermutlich nicht noch weiter senken. Als Erklärung für die starken geschlechtsspezifischen Unterschiede werden der generell erhöhte Alkohol- und Zigarettenkonsum bei Männern vermutet. Ebenso war ein vermehrter Obst- und Gemüsekonsum bei Männern mit einer stärkeren Risikosenkung verbunden, in diesem Zusammenhang zwei Beobachtungen berücksichtigt werden müssen. Erstens ist die Obst- und Gemüseaufnahme gerade bei Männern in Nord-, West- und Mitteleuropa gering und liegt unter der Aufnahme bei Frauen. Zweitens profitieren von einer Verzehrserhöhung hauptsächlich Personen, die wenig Obst und Gemüse essen.
Obstreiche Ernährung senkt Typ-2-Diabetesrisiko um 70%
Wer viel frisches Obst isst und gleichzeitig Fleisch, Hülsenfrüchte, helles Brot, Bier sowie kalorienreiche Erfrischungsgetränke in kleineren Mengen konsumiert, hat ein um 70% niedrigeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.2 Ausgangspunkt der entsprechenden Untersuchung waren die Ernährungsgewohnheiten und medizinischen Daten neuerkrankter Typ-2-Diabetiker. Dabei konnte ein Lebensmittelmuster identifiziert werden, das die erwähnte Nahrungsmittelkombination enthielt. Dieses steht mit hohen HDL-Cholesterin- und Adiopenectin-Werten und niedrigen HbA1c- und CRP-Konzentrationen in Zusammenhang. Nach Auswertung der epidemiologischen Daten hatten Personen mit einer derartigen Ernährungsweise ein deutlich reduziertes Typ-2-Diabetesrisiko, wobei der beobachtete Zusammenhang zwischen Lebensmittelmuster und verringertem Diabetesrisiko unabhängig vom BMI, Raucherstatus, Freizeitaktivitäten, Energieaufnahme, Bildungsstand, Alter und Geschlecht war.
Der Verzehr von Gemüse und Obst vermindert das Schlaganfallrisiko
Wissenschaftler der St Georges University in London haben in einer Auswertung von acht Langzeitstudien festgestellt, dass der erhöhte Verzehr von Gemüse und Obst das Schlaganfallrisiko beträchtlich senkt3. So zeigte sich, dass Personen, die drei Portionen Obst und Gemüse konsumierten, ein um vermindertes Schlaganfallrisiko hatten als Menschen, die deutlich weniger verzehrten. Der Konsum von mehr als fünf Portionen führte sogar zu einer Reduktion um bis zu 31%, womit der protektive Effekt von Obst und Gemüse auf das Herz-Kreislaufsystem erneut eindrücklich belegt ist. Diese Prozentangabe legt zudem eine deutliche Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen der Menge an konsumiertem Obst und Gemüse und dem Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen nahe.
Mediterrane Ernährung senkt den Blutspiegel von C-reactivem Protein
Mediterrane Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig gesättigten Fetten senkt das Niveau der Entzündungen bei älteren Menschen, was sich durch einen niedrigeren Blutspiegel an C-reaktivern Protein (CRP) bemerkbar macht. Dieser Effekt sollte zu einer Risikoreduktion von Herzkreislauferkrankungen führen, wie Dr. Joan Fair von der Standford Schul of Medicine, Kalifornien, auf der 46. Jahrestagung der American Heart Association im März im Referat zur Epidemiologie von Herz-Kreislauferkrankungen ausführte4. Die Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer mediterranen Kost hinsichtlich des CRP-Spiegels bei gesunden Probanden. Der Konsum von Obst, Gemüse, Nüssen, Samen und Körnern, Fleisch und Fleischprodukten, Diätprodukten, Fisch, Alkohol das Verhältnis von einfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren bildeten die Basis der Untersuchung. Je mehr die Ernährung die Elemente einer mediterranen Kost aufwies, desto geringer waren die CRP-Spiegel der Probanden. Laut des Berichts von Dr. Fair könnten die positiven Effekte der mediterranen Kost durch die antioxidativen Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse verursacht sein. Weiter folgert sie, dass der Schutz einer mediterranen Ernährung vor Herz-Kreislauferkrankungen durch die entzündungshemmenden Effekte erklärt werden kann.
Fundstellen:
1 Boeing H. et alt., Intake of fruits and vegetables and risk of cancer of the upper aero-digestive tract: the prospective EPIC-study “Cancer Causes and Control Sept. 2006, 17 (7); pp. 957-969
2 Heidemann et al, A dietary pattern protective against type 2 diabetes in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) - Potsdam Study cohort, June 2005, Diabetologia 48 (6), pp. 1126-1134
3 Feng JH, Fruit and vegetable consumption and stroke: meta-analysis of cohort studies, The Lancet, Jan. 2006; Vol. 367, pp. 320-326
4 Reuters Health Information, März 2006
siehe auch:
http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=616
http://assets.krebsliga.ch/downloads/05_05_vitamine_d.pdf