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Krebsgefahr durch Hormone
Millionen Frauen schlucken in den Wechseljahren Hormone. Eine Studie warnt vor großen Gefahren. Die von Frauenärzten seit mehr als zehn Jahren umjubelte Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden schützt Frauen nicht vor Brustkrebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ganz im Gegenteil, sie erhöht ihr Risiko.
Das hat die bislang größte Hormonersatztherapiestudie, die amerikanische “Women´s Health Initiative“ (WHI), gezeigt. Die Studie beweist, dass das Risiko für Herzinfarkt bei gesunden Frauen um 29 Prozent steigt, das für Schlaganfall sogar um 41 Prozent. “Frauen, die durch Bluthochdruck und Übergewicht ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall haben, würde ich keine Hormone verschreiben“, bestätigt die Klagenfurter Gynäkologin Karin Quantschnigg-Gradwohl.
Erhöhtes Brustkrebsrisiko
Bei einer Langzeiteinnahme von zehn Jahren und mehr steigt auch die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Das beweist die WHI-Studie: Von rund 8.000 Probandinnen, die Östrogene und Gestagene schluckten, bekamen zusätzlich 8 Brustkrebs. Im Vergleich zu den anderen 8.000 Frauen, die nur Placebos einnahmen, stieg das Brustkrebsrisiko um 26 Prozent an. “Bevor man Hormone einnimmt, ist es vor allem wichtig abzuklären, ob man genetisch veranlagt ist, um an Brustkrebs zu erkranken und ob bereits Anzeichen dafür bestehen.³ Auch die Gebärmutter muß untersucht werden, denn die Östrogen-Präparate können auch zu bösartigen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut führen.
Auf Hormone verzichten? Soll man daher auf die Hormonersatztherapie ganz verzichten?
“Wechseljahrshormone sollten nur eingenommen werden, wenn Frauen unter Schweißausbrüchen, Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen leiden. Die Lebensqualität kann durch die Hormonersatztherapie entscheidend verbessert werden. Voraussetzung für die Hormongabe ist, dass für jede Patientin individuell geklärt wird, ob bereits ein erhöhtes Risiko für Krebs oder Schlaganfall besteht“, erklärt Quant
Darmkrebs vorbeugen
Die Hormonersatztherapie beugt auch Krankheiten vor. “Durch diese Therapie sinkt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken und sie wirkt der Osteoporose entgegen“. Tatsächlich führt der Östrogenmangel zur Entkalkung der Knochen. Gleicht man dieses Defizit mit Wechseljahrshormonen wieder aus, nimmt die Knochendichte wieder zu. Laut WHI-Studie haben Frauen, die Hormone einnehmen, ein um 58 Prozent geringeres Knochenbruchrisiko.
Alternativen
Es müssen nicht immer Hormone sein, es gibt Alternativen, um Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Soja enthält hormonähnliche Stoffe, die nicht auf Brust und Gebärmutter wirken. Auch Rotklee ist zu empfehlen. Seine natürlichen Inhaltsstoffe verfügen über Wirkmechanismen, die in dieser Form bisher nur von hormonellen Kombinationspräparaten bekannt sind. Carotinhältiges Gemüse wie Tomaten, Karotten und Zwiebeln beugen Krebs vor.
Frauen, die an Osteoporose leiden, aber nicht über klimakterische Beschwerden klagen, können auf Hormongaben verzichten. “Für Osteoporose gibt es Präparate, die ausschließlich auf die Knochen wirken und Brust oder Gebärmutter nicht beeinflussen“.
Fundstelle: www.krebstherapie-beratung.com/allgemein/85,krebsgefahr-durch-hormone
Siehe auch: www.loccum.de/material/natur/pharma/schaudig.pdf