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Homocystein - was ist das?
Dieser Eintrag stammt von Jörg Am 6.5.2009 @ 19:36 In Gesundheit allgemein, Ernährung | 1 Kommentar
Homocystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die nicht in den Baustoffwechsel des Körpers einbezogen wird, sondern nur als kurzlebiges Zwischenprodukt im komplexen Methionin-Stoffwechsel entsteht. Ähnlich wie Cholesterin schädigt Homocystein die Gefäßwände. Es fördert die Einlagerung von Fetten in die Gefäßwände, so dass sie ihre Elastizität verlieren (Stichwort Gefäßverkalkung) und Symptome wie Gedächtnisschwäche oder Durchblutungsstörungen auftreten können. Die Oxidation von LDL-Cholesterin wird erleichtert. Homocystein steigert die Blutviskosität und aktiviert die Thrombogenese (Entwicklung von Thrombosen) bei gleichzeitiger Störung der Fibrinolyse (Blutgerinnungshemmung und Blutgerinnselauflösung). Homocystein wird normalerweise im Körper umgewandelt und ausgeschieden. Damit dieser Stoffwechsel optimal ablaufen kann, muss das Zwischenprodukt Homocystein zu Cystein abgebaut oder aber zu Methionin remethyliert werden. Beide Reaktionen sind direkt an Vitamine des B-Komplexes gebunden, welche als Coenzym fungieren.
Der Homocystein-Spiegel ist aber nicht durch eine Diät oder Abnehmen zu beeinflussen, sondern nur durch die Qualität der Ernährung.
Grundsätzlich ist der Homocystein-Spiegel altersabhängig und steigt mit dem Alter an. Zur Senkung des Homocystein-Spiegels werden täglich ca. 1 mg Folsäure (Vitamin B9) sowie andere B-Vitamine benötigt. Dies entspricht z.B. täglichen Verzehr von ca. 2 Kg Blattgemüse. Statisch gesehen haben im Alter von ca. 50 Jahren 50 % aller Erwachsenen einen zu hohen Homocystein-Spiegel und ca. 90 % einen Folsäuremangel. Daraus kann man unschwer entnehmen, dass unsere tägliche Nahrung in diesem Bereich nicht ausreicht. Der Mangel an Folsäure ist dabei der häufigste Vitaminmangel in Europa, denn bei der Verarbeitung der Lebensmittel geht insbesondere das Folat sehr leicht verloren. Die Ernährungswissenschaftler empfehlen die Aufnahme von 400 µg Folat täglich, allerdings werden im Mittel hier zu Lande nur 300 µg Folat verzehrt, so dass zumindest bei einem großen Teil der Bevölkerung von einer Fehlversorgung auszugehen ist, was erhöhte Homocystein-Werte zur Folge hat. Dass eine klare Beziehung zwischen dem Homocystein-Spiegel und dem kardiovaskulären Risiko besteht, belegen nach Professor Dr. Karl-Ludwig Resch aus Bad Elster vielfache Untersuchungen. Demnach steigt bei jeder Erhöhung des Homocystein-Spiegels um 0,5 µmol/l die Gefahr für kardiovaskuläre Ereignisse - in erster Linie als Herzinfarkt - um das 2,5fache und für eine zerebrovaskuläre Komplikation - vorwiegend als Schlaganfall - oder eine arterielle Verschlusskrankheit sogar um das fünffache. Metaanalysen der vorliegenden Studien zeigen, dass ein Anstieg des Homocysteins um fünf µmol/l eine von anderen Risikofaktoren unabhängige Steigerung des Risikos für eine koronare Herzerkrankung (KHK) um 32 bis 42 Prozent bedingt. Gleichzeitig steigt die Gefahr einer Beinvenenthrombose um 60 Prozent und in gleicher Größenordnung auch das Schlaganfallrisiko. Andererseits lassen sich durch eine Senkung des Homocysteins auch eindeutig eine Verringerung des Risikos einer KHK, einer tiefen Venenthrombose und eines Schlaganfalls vermitteln. Im kardiologischen Bereich gibt es nach seinen Worten allerdings erste Studien, die auf ein entsprechend präventives Potenzial der Homocystein-Senkung hindeuten: So zeigt eine Untersuchung, dass bei einer Senkung der Aminosäure-Konzentration von 11,1 auf 7,2 µmol/l bei Patienten die sich einer Koronarintervention, also einer Bypassoperation oder einer Ballondilatation unterziehen mussten, die Rate erneuter Gefäßverengungen und -verschlüsse nach sechs Monaten um 48 Prozent reduziert wurde. Ein erneuter Eingriff, also eine Revaskularisierung war in dieser Gruppe sogar um 52 Prozent seltener notwendig.
Schwangere brauchen vermehrt Folsäure
Die Hyperhomocysteinämie ist keinesfalls nur ein Risikofaktor für die Arteriosklerose. Wohl am bekanntesten sind die Auswirkungen eines Mangels an B-Vitaminen und einer dadurch bedingten Homocysteinämie im gynäkologischen Bereich. So steigt bei einem Mangel an Folsäure das Homocystein an, was im Falle einer Schwangerschaft das Risiko für allgemeine Schwangerschaftskomplikationen und speziell die Gefahr für Fehlbildungen des Kindes erhöht. Gut dokumentiert ist dies vor allem für den Neuralrohrdefekt (Spina bifida, offener Rücken). Dieser Fehlbildung kann andererseits durch eine frühzeitige regelmäßige Folat-Einnahme vorgebeugt werden
Wie hoch darf der Homocystein-Spiegel sein?
Der Homocystein-Spiegel wird üblicherweise durch eine Blutuntersuchung festgestellt. Das ideale Maß für den Homocystein-Spiegel ist 5 mmol/l, aber dieser Wert ist bei älteren Menschen kaum noch zu erreichen. Man ist heute inzwischen noch mit 8 mmol/l zufrieden. Alle Werte über 8 mmol/l sind ungesund.
Nüchternwert |
|
| < 8 mmol/l | kein erhöhtes homocysteinabhägiges Risiko |
| 8 - 10 mmol/l | Grenzwertiger Befund Schädliche Auswirkungen sind z.B. über den Einfluss auf die Gerinnung möglich. Ein erhöhtes Risiko ist daher nicht auszuschließen, Behandlung empfohlen. |
| 10 - 15 mmol/l | erhöhter Homocysteinspiegel mit gefäßaggressiven Wirkungen.Deutliche Risikosteigerung sind z.B. für Gefäßeinengungen an der Karotis durch Studien belegt. Behandlung erforderlich |
| > 15 mmol/l | für die Gefäßgebiete Herz, Gehirn und periphere Arterien besteht erhöhtes Thromboembolie-Risiko. Behandlung unbedingt erforderlich |
Risikogruppen:
Frauen in der Menopause
Personen über 45 Jahre
Diabetiker
Personen mit
Was kann man tun?
Nötig ist eine möglichst natürliche und schadstofffreie Nahrungsergänzung auf Obst- und Gemüsebasis. Deren Bioverfügbarkeit und die Wirkung auf den Homocystein-Spiegel sollten durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen sein.
Eine kleine Auswahl von Studien zum Thema Homocystein:
| Fundstelle | Titel |
| Journal of Nutrition (American Society for Nutritional Sciences), July 2003, Vol. 133, Iss. 7: 2188-2193 | A mixed Fruit and Vegetable Concentrate increases Plasma Antioxidant Vitamins and Folate and lowers Plasma Homocysteine in Men |
| Nutrition Research 23 (2003) 1221 - 1228 | Supplementation with fruit- and vegetable concentrate decrease plasma homocysteine levels in a dietary controlled trial |
|
|
Nutritional Supplements and Perinatal Complications (Abstract) |
Quellen:
[1] www.homocystein.net
[2] http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/23_03/pages2/mediz1.htm
Erfahrungsheilkunde 2004; 53: 74-80
[3] http://www.nutriinfo.de/artikeldetails.php?aid=1165
[4] http://www.gesundheit-vorsorge.de/Vitamine/Nahrungsergaenzung/nahrungsergaenzung.html
Die Rolle von Homocystein in der Atherosklerose (
[5] www.uni-hohenheim.de/~wwwin140/AK/biesalski/homocystein.htm
Homocystein - (k)ein notwendiges Übel (
[6] www.m-seitz.de/Homocystein/homocystein.htm
Zahnärztliche Mitteilungen 23/2003, Seite 54
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[2] http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/23_03/pages2/mediz1.htm: http://www.zm-online.de/m5a.htm?/zm/23_03/pages2/mediz1.htm
[3] http://www.nutriinfo.de/artikeldetails.php?aid=1165: http://www.nutriinfo.de/artikeldetails.php?aid=1165
[4] http://www.gesundheit-vorsorge.de/Vitamine/Nahrungsergaenzung/nahrungsergaenzung.html: http://www.gesundheit-vorsorge.de/Vitamine/Nahrungsergaenzung/nahrungsergaenzung
.html
[5] www.uni-hohenheim.de/~wwwin140/AK/biesalski/homocystein.htm: http://www.uni-hohenheim.de/~wwwin140/AK/biesalski/homocystein.htm
[6] www.m-seitz.de/Homocystein/homocystein.htm: http://www.m-seitz.de/Homocystein/homocystein.htm
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