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Nahrungsergänzung bei ADHS: Evidenz aus klinischen Studien
Hyperaktive Kinder haben relativ niedrige Serumkonzentrationen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Das zeigen mehrere Untersuchungen. Die Oxford-Durham-Studie deutet darauf hin, dass Supplementierung die Kernsymptome des ADHS günstig beeinflussen kann. Im Klientel eines Kinder- und Jugendpsychiaters wird etwa jeder dritte bis zweite Patient mit Symptomen eines Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) vorstellig. Mangels zuverlässiger prospektiver Untersuchungen in der Vergangenheit lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob die Prävalenz in den letzten Jahren gestiegen ist. Klar ist für den Münchner Kinder- und Jugendpsychiater Klaus Werner Heuschen: Die Erkrankung und die damit einhergehenden Probleme nehmen im Bewusstsein der Bevölkerung immer größeren Raum ein. Die Hoffnung, durch eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren allein oder in Kombination mit Vitaminen, Zink, Magnesium etc. wie beim Präparat Concentrix® ADHS-Symptome günstig beeinflussen zu können, hat vor einigen Jahren insbesondere durch die Ergebnisse der Oxford-Durham-Studie* Auftrieb bekommen. In diese randomisierte, placebokontrollierte Studie waren 117 Kinder im Alter zwischen 7 und 12 Jahren aufgenommen worden. Neben der Diagnose Koordinationsstörung fanden sich bei fast allen diesen Kindern auch ADHS-Symptome und eine mitunter ausgeprägte Lese- und Rechtschreibstörung.
Globale ADHS-Skala zeigt: Rückgang der Symptome
Die Kinder erhielten über einen Zeitraum von drei Monaten entweder eine Kombination von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren (n = 60) oder ein Placebo. Auf die motorischen Funktionen hatte die Behandlung keinen Effekt, aber die ADHS-Symptomatik wurde beeinflusst. Auf der globalen ADHS-Skala ergab sich gemäß Lehrerurteil - Eltern wurden nicht miteinbezogen - eine deutliche Reduktion.
Zum Ende der Behandlung waren nur noch 23 Prozent der Kinder klinisch auffällig. Außer bei den Items “Perfektionismus” und “soziale Probleme” waren bei allen abgefragten ADHS-Symptomen einschließlich aggressiver Verhaltensauffälligkeiten positive Effekte festzustellen. Anschließend erhielten auch die Patienten der Placebogruppe die Nahrungsergänzung. Nach drei bis sechs Monaten ließen auch bei ihnen Verhaltensauffälligkeiten nach, die Lese-Rechtschreib-Leistung besserte sich. Argumente für ein diätetisches Herangehen bei ADHS sind auch die in Studien gefundenen niedrigen Konzentrationen von essenziellen Fettsäuren bei ADHS-Patienten in Plasma und Erythrozytenmembran. In einer dieser Studien zeigte sich, dass die ADHS-Symptomatik um so ausgeprägter war, je niedriger die Fettsäurenkonzentration im Serum war.
Fundstelle: http://www.aerztezeitung.de/kongresse/mwi/mwi2009-adhs/?sid=534837
* A. J. Richardson, P. Montgomery, The Oxford-Durham study: a randomized, controlled trial of dietary supplementation with fatty acids in children with developmental coordination disorder. Pediatrics 115 (2005) 1360 -1366