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Forschungsmethoden in der Komplementärmedizin
Das vorliegende Buch hat, was die Forschungsmethodik selbst anbetrifft, zwei Themen: Erstens wird die randomisierte Doppelblindstudie als Instrument des klinischen Wirksamkeitsnachweises grundsätzlich hinterfragt, und es wird nach Alternativen gesucht. Zweitens wird die Frage diskutiert, welche Forschungsmethoden für die Komplementärmedizin adäquat sind, indem sie auf deren Besonderheiten Rücksicht nehmen.Diese beiden Themen sind in dem Buch miteinander verquickt, denn offenbar haben die Methodologen, die im Bereich der Komplementärmedizin tätig sind, eine besondere Sensibilität und auch eine Vorliebe für erkenntnistheoretische Grundlagenfragen. Davon legt dieses Buch ein beredtes Zeugnis ab. Es sollte aber gesehen werden, dass die Grenzen der Anwendbarkeit der randomisierten Doppelblindstudie sich in allen Bereichen der Medizin auftun. Das heißt, das erste Thema ist auch unabhängig von einem Bezug zur Komplementärmedizin von Bedeutung. Es scheint eher so zu sein, dass die Nachteile der Standardmethoden in den besonderen Therapierichtungen deutlicher und dringlicher zutage treten. Vielleicht kommen deshalb gerade aus diesem Bereich Erneuerungsimpulse, die dann für die gesamte Medizin fruchtbar sein können. Die randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie ist ein theoretisch begründetes Konstrukt, welches empirisch kaum zu validieren ist. Die Auseinandersetzung um die Brauchbarkeit dieses Instruments und die Gültigkeit der Ergebnisse seiner Anwendung spielt sich auf rein argumentativer Ebene ab, ohne dass ein praktischer Beweis dafür zu erbringen wäre.
Autor: Hornung, Joachim
1996, Schattauer Verlag, DM 49,00