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Tumorkranke profitieren von Mikronährstoffen
Während einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten keine hoch dosierten Vitamine oder Mineralstoffe zum Einsatz kommen, aber gleich danach. Tumorkranke profitieren von einer Vitamin- und Mineralstoffsupplementation (-Ergänzung). Davon sind Schulmediziner genauso überzeugt wie Vertreter komplementärer Therapieverfahren, auch wenn über die genaue Vorgehensweise Uneinigkeit besteht. Professor Hans-Konrad Biesalski von der Universität Hohenheim plädiert dafür, Präparate zu verwenden, die Vitamine und Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis und in physiologischer Dosierung enthalten. “Ich würde bei Diagnosestellung ein Multivitamin- und Multimineralstoffpräparat verordnen. Nach dem Motto, wenn ich den Feind schwächen will, muss ich den Wirt stärken.” Den Einsatz hochdosierter Substanzen während der Krebstherapie nennt der Vitaminforscher gefährliche Spielchen.
Ziel ist das Immunsystem zu unterstützen
Orthomolekularmediziner setzen bei Krebskranken auf eine Kombination ausgewählter Mikronährstoffe, die zum Teil auch in pharmakologischen Dosen zum Einsatz kommen. Ziel ist die körpereigene Abwehr mit hier besonders benötigten Mikronährstoffen wie Antioxidanzien, Vitamin D, Selen und Zink zu stärken, aber auch das darmeigene Immunsystem mit Pre- und Probiotika zu unterstützen. Während einer Chemo- oder Strahlentherapie sollten diese Mikronährstoffe allerdings nicht eingenommen werden, wie Anke Stoppe von der Orthomol GmbH bei einer Fortbildungsveranstaltung in Hamburg betont hat. Stattdessen empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin in dieser Phase Pflanzenextrakte zum Beispiel aus Brokkoli, Granatapfel, Ingwer, Kurkuma und Grüntee einzusetzen, da die hierin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe antioxidativ wirksam seien und das Immunsystem modulierten.
Im Anschluss an die Tumortherapie könne und solle wieder orthomolekular therapiert werden. Denn die aggressive Therapie erhöhe den Bedarf an Mikronährstoffen, gleichzeitig ernähren sich Tumorkranke aufgrund von Appetitlosigkeit, Schluckstörungen oder Übelkeit häufig sehr einseitig. Die gezielte Ergänzung von Vitaminen, Mineralstoffen, Omega-3-Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen könne einen Mangel ausgleichen und die Lebensqualität der Kranken verbessern.
Supplemente machen Strahlen besser verträglich
Laut Professor Biesalski spricht nichts gegen Multivitamin- und Multimineralstoffpräparate auch während der Tumortherapie, sofern die Dosierung die Richtwerte nicht überschreitet. Die Supplemente könnten dazu beitragen, dass Strahlentherapie besser vertragen werde.
Fundstelle: Ärzte Zeitung,
Autorin: Kerstin Nees