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Diabetiker-Produkte überflüssig

Zuckerkranke Menschen brauchen keine speziellen Lebensmittel 

Die Abschaffung von speziellen Diabetiker-Lebensmitteln ist nach Ansicht von Ernährungsexperten der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt längst überfällig. Deshalb sei es gut, dass die Diätverordnung bald an den wissenschaftlichen Kenntnisstand angepasst wird, sagt Christa Bergmann, Leiterin des Referates Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale in Halle. Die erste Anhörung zu einer solchen Änderung dieser Verordnung habe es bereits gegeben, sagte sie.

 Noch seien Schokolade, Dominosteine, Vanille-Kipferl, Brotaufstriche, Cappuccino und viele andere Produkte speziell für Zuckerkranke in großer Auswahl im Handel erhältlich. “Dabei weisen Wissenschaft und Fachgesellschaften schon lange darauf hin, dass solche Lebensmittel nicht mehr erforderlich sind”, sagt Bergmann. Wichtiger seien eine ausreichende Schulung von Diabetikern und eine angemessene Information der Diabetiker über die Zusammensetzung von Lebensmitteln. Für Diabetiker habe lange das Grundprinzip gegolten, Zucker in der Nahrung streng zu kontrollieren oder durch Zuckeraustauschstoffe wie Fruktose zu ersetzen. “Dieser Grundsatz ist schon lange überholt”, betont Christa Bergmann.

Zur Vorbeugung und Behandlung von Diabetes mellitus seien inzwischen die gleichen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung gültig wie für die Allgemeinbevölkerung. Die speziellen Diabetiker-Lebensmittel seien nicht nötig. Beim Ersatz von Zucker durch Fruktose sei bei höherem und längerem Konsum sogar mit negativen gesundheitlichen Folgen zu rechnen, warnt die Ernährungsexpertin. Zudem enthielten viele der angebotenen Diabetiker-Lebensmittel ungünstige Fette und seien deshalb echte Dickmacher. Die Verbraucherzentrale in Hamburg hat bei Stichproben festgestellt, dass unter anderem Weihnachtssüßwaren für Diabetiker im Vergleich zu normalem Naschzeug oft zu fett und zu kalorienhaltig sind. Außerdem kosten sie unter Umständen ein Vielfaches.

“Diabetes mellitus ist keinesfalls nur eine Zuckerkrankheit”, sagt Bergmann. Er betreffe auch Störungen des Protein- und insbesondere des Fettstoffwechsels. Häufig seien deshalb mehrere Ernährungsmaßnahmen wie Energiereduktion, die Einsparung gesättigter und Trans-Fettsäuren, Bevorzugung von Kohlenhydraten mit niedrigem glykämischen Index oder erhöhte Ballaststoffzufuhr notwendig.

Autorin: KERSTIN METZE 

Fundstelle:  Mitteldeutsche Zeitung vom: 25.11.09 

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