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Umweltfaktoren spielen Schlüsselrolle bei Multipler Sklerose
Zum ersten Mal seit der Sequenzierung des menschlichen Genoms haben Forscher das Erbgut eineiiger Zwillinge entschlüsselt. Von dem Ergebnis haben sie sich auch Einblicke in die Entstehung von Multipler Sklerose erhofft. Doch das Nervenleiden bleibt ein großes Rätsel.
So sehr man auch bohrt und forscht - das unheilbare Nervenleiden Multiple Sklerose bleibt ein großes Rätsel. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Wissenschaftler eine große Überraschung erlebt haben, über die sie im Fachblatt “Nature” Titel “Baranzini et al.: Genome, epigenome and RNA sequences of monozygotic twins discordant for multiple sclerosis” berichten.Eigentlich wollte das US-Forscherteam um Stephen Kingsmore vom National Center for Genome Resources in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico endlich diejenigen Gene ausfindig machen, die als Ursache für Multiple Sklerose (MS) in Frage kommen. Dazu sequenzierten die Wissenschaftler - als erste weltweit - das Erbgut von eineiigen Zwillingspaaren, von denen jeweils einer an MS erkrankt war. Insgesamt untersuchten sie die Gene von drei Paaren, einem männlichen und zwei weiblichen.
Was Kingsmore und seine Kollegen nun als Ergebnis dieser Studie präsentieren, ist nicht etwa eine Liste von Genen, die bei der Entwicklung von MS eine Rolle spielen. Das Resultat gleicht eher dem, was man bei “Wer wird Millionär” als das klassische Ausschlussverfahren bezeichnen würde: “Wir haben keine Indizien für genetische Unterschiede finden können, die erklären würden, warum ein Zwilling die Krankheit entwickelt und der andere nicht”, sagt Sergio Barazani, Erstautor der Studie von der University of California.Sowohl die kranken als auch die gesunden Zwillinge entpuppten sich als genetisch völlig gleich, selbst epigenetische Unterschiede, also Veränderungen in der Regulierung der Gen-Aktivität durch chemische Modifikation der DNA haben die Forscher nicht finden können. Genauso wenig konnten die Forscher Unterschiede im sogenannten Transkriptom ausmachen, das die Aktivität der Gene widerspiegelt. Das Transkriptom ist die Gesamtheit aller Boten-RNA-Moleküle, aus denen die Zelle die entsprechenden Eiweißmoleküle herstellt.
David Hafler, Neurologe an der Yale University im Bundesstaat Connecticut, beurteilt das Resultat dennoch als sehr wichtiges Negativergebnis - zumal es sich um eine besonders umfassende Genomanalyse handelt, die es so bisher nicht gegeben hat.
Fundstelle und weiterlesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,691966,00.html
8.5.2010 bei 16:00
Interessanter Bericht. Vielen Dank. Das Experiment hätte ich gerne irgendwo nachgelesen. Auch bei Spiegel habe ich leider nichts gefunden. Wisst ihr, wo man das nachlesen kann?
9.5.2010 bei 10:38
Es müsste hier zu finden sein http://www.nature.com/nature/journal/v464/n7293/abs/nature08990.html#/ (in Englisch)