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Ernährungsirrtümer - im Dschungel der Halbwahrheiten

In den letzten Jahren sind unzählige Aufklärungsbücher zu den Themen “Ernährung, Diäten etc.” erschienen, offensichtlich besteht ein Bedarf an derartiger Literatur.
Umfragen ergeben aber, dass für 90% der deutschen Bevölkerung die Enährungsinformationen widersprüchlich, einseitig und unverständlich sind. Fast die Hälfte ist beim Thema “gesunde Ernährung” auf der Suche nach Orientierung.

Im folgenden werden 10 weit verbreitete Ernährungsirrtümer beschrieben:

  1. “Fasten ist nicht zur Gewichtsreduktion geeignet”. Richtig ist, das der Langzeiterfolg einer Fastkur von einer Ernährungsumstellung nach dem Fasten abhängt. Längeres Fasten ermöglicht die Unterbrechung von eingefahrenen Ernährungsgewohnheiten.
  2. “Rohkost ist schwer verdaulich und sollte abends nicht verzehrt werden”. Die Behauptung, dass abends auf einen reichlichen Verzehr von Rohkost verzichtet werden solle, da diese zu lange im Darm verweile, ist rein spekulativ. Die These wurde zwischen 1900 und 1920 intensiv diskutiert und heute nur noch von Mayr-Ärzten vertreten.
  3. “Die Haysche Trennkost hat keine wissenschaftliche Grundlage”. Eine 1994 veröffentlichte Studie ergab, dass die “Trennkost-Gruppe” bei gleicher Kalorienzufuhr in 12 Wochen fast 2 Kilogramm mehr abnahm als die Kontrollgruppe.
  4. Trinken Sie 2 bis 3 Liter täglich”. Zahlreiche Studien belegen, dass bereits ein geringer Wassermangel als Risikofaktor für das Entstehen von Krankheiten angesehen werden muss. Eine pauschale Empfehlung ist aber nicht möglich, da hier sehr viele individuelle Faktoren wichtig sind.
  5.  “Die Ernährung hat keinen Einflusss auf den Säure-Basen-Haushalt”.  Bei der allgemein üblichen Ernährung wird eine weit über dem Bedarf liegende Proteinmenge aufgenommen. Die daraus resultierenden Säuren müssen über die Nieren ausgeschieden werden. Da die Fähigkeit zur Säureausscheidung mit zunehmendem Alter abnimmt, entsteht eine erhebliche Säurebelastung des Körpers (”latente Azidose”). Die daraus resultierende Übersäuerung ist ernährungsbedingt. Für Osteoporose und rheumatische Beschwerden liegen bereits gute Daten vor.  Siehe hierzu auch:  Volkskrankheit Azidose
  6. “Üppige Abendmahlzeiten machen nicht dick”. Mehrere Studien belegen, das eine energiereduzierte Kost zu einem grösseren Gewichtsverlust führt, wenn diese hauptsächlich morgens und nicht abends verzehrt wird. Dies hängt u.a. mit dem Insulinspiegel zuammen, der den Fettabbau behindert. 
  7. “Vitamin B12-Mangel ist bei rein pflanzlicher Ernährung kein Problem”. In zahlreichen Untersuchungen wurde in den üblichen pflanzlichenNahrungsmitteln keine nenneswerten Vitamin B12-Werte gemessen. Mangelerscheinungen treten aber erst nach Jahren auf, da in der Leber ein grösserer Vorrat an Vitamin B12 gespeichert ist. Mehrere Studien haben ergeben, dass bei rein pflanzlicher Ernährung der Homocysteinspiegel im Blut erhöht ist (Risikofaktor für Herz-Kreislaufkrankheiten). 
  8. Milch und Michprodukte schützen vor Osteoporose”.  Etwa 60% des mit der Nahrung aufgenommenen Kalziums stammt bei uns aus Milch und Michprodukten. Aber durch die von Milchprodukten verursachte Säurelast wird eine vermehrte Ausscheidung von Kalzium im Urin erzeugt. Siehe hierzu auch Punkt 5.
  9. “Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Gemüse und Obst ist drastisch gesunken”. Dies ist nicht belegbar. Nach heutigen Kenntnissen kann man mit einer vollwertigen und vielseitigen Ernährung grundätzlich seinen Bedarf decken. Der präventive Nutzen von Nahrungsergänzungsmittel wird noch erforscht.
  10. Salzarme Kost verhindert und senkt Bluthochdruck”. Der Zusammenhang zwischen Kochsalz und Bluthochdruck wird immer mehr angezweifelt. Zitat von Dr. Ingo Füsgen: “Fünf Kilo weniger bringen mehr als jede Salzreduktion”.

Fundstelle:   Kneipp-Journal  10/2008

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