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Arzt warnt, dass 5 von 6 verschreibungspflichtigen Medikamenten nutzlos sind

Die größte englische Zeitung, der Telegraph, zitierte letzten Monat einen amerikanischen Experten mit der Aussage, dass 5 von 6 verschreibungspflichtigen Medikamenten nutzlos sind.  “Grosse Firmen haben einen großen Wirbel gemacht um patentierte Medikamente, riesige Summen ausgegeben, um Ärzte dazu zu bewegen sie zu verschreiben, und schwerwiegende Nebenwirkungen heruntergespielt”, sagt Prof. Donald Light, ein Soziologe und Professor für vergleichende Gesundheitspolitik an der medizinischen Universität von New Jersey, USA.  

Wenn man die Nebenwirkungen der Toxizität der Medikamente in Betracht ziehe sowie den häufigen Missbrauch, so Prof. Light, so seien sie “eine bedeutsame Todesursache”. Dies wurde im medizinischen Journal JAMA schon vor Jahren aufgerollt, wo eine Analyse ergab, dass medizinische Behandlung die dritthäufigste Todesursache ist (http://jama.ama-assn.org/cgi/content/extract/284/4/483).  Statine zur Senkung von Cholesterin seien ein typisches Beispiel eines über Gebühr vermarkteten Produktes, das als Wunderpille zur Verhinderung von Herzinfarkten angepriesen wurde, trotz Belegen, dass sie oft mehr schaden als nützen (vgl. dazu den nachfolgenden Artikel).  

Prof. Light, der auch schon Veröffentlichungen im “British Medical Journal” und “Lancet” publiziert hat, sagt weiter, dass Resultate von unabhängigen Experten zeigen, dass 5 von 6 neuen Medikamenten wenig bis gar keinen Nutzen erbringen.  Den ganzen Artikel finden Sie hier: http://www.telegraph.co.uk/health/7950612/Five-out-of-six-new-prescription-drugs-dont-work-doctor-claims.html .  

z.B. Cholesterinsenker  Da eben der profitabelste Kunde derjenige ist, der sein Leben lang Medikamente einnehmen muss, ohne jedoch zu sterben, kommt es immer mehr in Mode, Medikamente zu verschreiben, um bestimmte Werte im Körper zu verändern — z.B. Blutdruck, Cholesterin oder andere. Betablocker wurden Jahrzehnte lang bei hohem Blutdruck vorbeugend gegen Herzinfarkt verschrieben (und werden immer noch), doch nun weiß man, dass dies überhaupt nichts nützt (vgl. Schweizer Sonntagszeitung vom 31.10.2008, “Herzschutz durch Betablocker ist eine Illusion”).  

Dieselbe Logik wird bei “erhöhten” Cholesterinwerten angewendet, wobei die Definition von “erhöht” sich ja ständig ändert, d.h. der Schwellenwert immer tiefer angesetzt wird, so dass immer mehr Menschen einen “erhöhten” Wert haben und damit dauerhaft Kunden der Pharmaindustrie werden. Wenn Ihnen diese Worte einseitig erscheinen, dann möchte ich daran erinnern, dass Cholesterinsenker die umsatzstärkste Medikamentengruppe überhaupt ist, noch vor Chemotherapeutika, Antidepressiva und anderen (ebenso fragwürdigen) Kassenschlagern.  Leider greift auch bei den Cholesterinsenkern die Logik nicht. Zwar zeigen Studien, dass die Anzahl von Herzinfarkten aufgrund der Cholesterinsenkenden Medikamente verringert wird, die Gesamtsterblichkeit an allen Ursachen aber bleibt konstant, weil ja die Medikamente auch Nebenwirkungen haben. Dies hat eine neue Studie gezeigt, welche in den “Archives of Internal Medicine” im Juni veröffentlicht wurde [Arch Intern Med. 2010;170(12):1024-1031]. Das Journal ist ein Anhängsel des weltweit anerkannten medizinischen Fachjournals JAMA.  

Es handelt sich dabei nicht um eine kleine Studie, sondern um eine Zusammenfassung aller verfügbaren Studien zu Thema; das waren total 11 Studien mit über 60.000 Probanden. Die Schlussfolgerung war: “Es gibt keine Hinweise, dass die Abgabe von Cholesterinsenkern bei Patienten, die vorher keine koronare Herzkrankheit hatten, von Nutzen ist.” Kurz und knapp.  Also: HÄNDE WEG von Cholesterinsenkern, wenn Sie nicht schon eine koronare Herzkrankheit hatten. Und wenn Sie jetzt damit zu Ihrem Kardiologen gehen, dann ist die Chance wohl 90%, dass er dies NICHT WEISS und Ihnen trotzdem empfiehlt, diese zu nehmen, weil eben die meisten Ärzte die WISSENSCHAFTLICHEN STUDIEN NICHT LESEN. Informieren Sie sich lieber selbst hier: http://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/170/12/1024 .  

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