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Mediterrane Kost plus Nüsse kann metabolisches Syndrom beseitigen
Reus/Spanien – Nüsse statt Hungern. In einer randomisierten Studie in den Archives of Internal Medicine (2008; 168: 2433-2439) besserte sich das metabolische Syndrom, wenn die Teilnehmer zusätzlich zur Mittelmeerkost täglich Nüsse verzehrten. Die Universidad Rovira i Virgili in Reus/Katalonien untersucht seit 2003 in einer randomisierten Studie, welchen Einfluss eine Med-Diät auf das metabolische Syndrom hat. Die „Prevencion con Dieta“ oder PREDIMED-Stude hat drei Interventionsarme. Eine Gruppe wird angehalten sich an die Med-Diät zu halten. An die Teilnehmer wurde wöchentlich 1 Liter hochwertiges Olivenöl ausgegeben. In der zweiten Gruppe wird die Med-Diät statt mit Olivenöl mit der Ausgabe von Nüssen kombiniert. Insgesamt 30 Gramm einer Mischung aus verschiedenen Nüssen sollen die Teilnehmer pro Tag verzehren. In der dritten Gruppe sollten die Teilnehmer die bekannten (aber wenig geliebten) Grundsätze einer fettarmen Diät umsetzen.
Alle 1.224 Teilnehmer, über die Jordi Salas-Salvadó berichtet, wiesen kardiale Risikofaktoren auf: 61,4 Prozent erfüllten drei oder mehr der folgenden Kriterien der American Heart Association für ein Metabolisches Syndrom: Bauchumfang > 102 cm bei Männern und > 88 cm bei Frauen; Triglyzeride >150 mg/dl, HDL-Cholesterin <40 mg/dl bei Männern und <50 mg/dl bei Frauen, Nüchternblutzucker >100 mg/dl, Blutdruck >130/85 (oder Einnahme von Antihypertensiva).
Nach einem Jahr wurden die Teilnehmer erneut untersucht.
- Die Auswirkungen der fettarmen Diät waren gering. Die Prävalenz des metabolischen Syndroms war absolut um 2 Prozent zurückgegangen, will heißen: Die Zahl der Teilnehmer, die ein metabolisches Syndrom neu entwickelten und jene, bei denen sich die Kriterien gebessert hatten, war in etwa gleich.
- Günstiger war das Ergebnis in der Med-Diät-Gruppe, die Olivenöl erhalten hatte. Hier sank die Prävalenz des metabolischen Syndroms absolut um 6,7 Prozent.
- Mit Abstand am besten hatte sich die Kombination aus Med-Diät und Nüssen ausgewirkt. Die Prävalenz des metabolischen Syndroms war um absolute 13,7 Prozent zurückgegangen.
Die Besonderheiten der Nussmischung: Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Antioxidanzien und Phytosterolen allein kann die günstigen Ergebnisse nicht erklären, denn diese Vorteile bestehen auch beim Olivenöl. Bei den Nüssen kommen jedoch noch Ballaststoffe und Arginin (ein Vorläufer des endogenen Vasodilatators Stickoxid) und zahlreiche Mineralien wie Kalium, Kalzium und Magnesium hinzu. Walnüsse enthalten zudem mehr Alpha-Linolensäure, das pflanzliche Pendant zur Omega-3-Fettsäure, als Olivenöl. Ein weiterer Vorteil könnte darin bestehen, dass Nüsse vielen Menschen einfach besser schmecken als andere Diäten.
Fundstelle: Deutsches Ärzteblatt.de
Anmerkung: Meines Wissens funktioniert die med. Diät in Deutschland leider nicht so gut wie in den südlichen Ländern, weil hier die südländischen Produkte nicht frisch und vollreif geerntet zu kaufen sind.