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Tinnitus - Wenn es im Ohr rauscht und pfeift
Dieser Eintrag stammt von Jörg Am 16.12.2008 @ 17:04 In Gesundheit allgemein | 1 Kommentar
Es hämmert, brummt, pfeift und rauscht - das berühmte Ohrensausen. In vielen Fällen ist diese Erkrankung auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Beispielsweise Fabriklärm, der hohe Geräuschpegel auf Baustellen und an Verkehrsknotenpunkten oder laute Musik. Die menschliche Empfangszentrale sendet jedoch auch Notsignale, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Bei der Patientin Karin B. war eine Mittelohrentzündung Auslöser für den Tinnitus: „Ich hatte im rechten Ohr plötzlich ein Gefühl, als hätte man es in Watte gepackt“, erinnert sich die 36-Jährige. „Dann rauschte es ständig, so als würde ich mir eine Muschel ans Ohr halten.“ Der HNO-Spezialist stellte ein paar Tage später einen Tinnitus bei Karin B. fest.
Immer mehr Menschen leiden an Tinnitus
Fast jeder hatte schon mal ein Klingeln oder Pfeifen im Ohr. Etwa nach einer Disconacht oder einem lauten Konzert. Meist ist das unangenehme Geräusch nach einiger Zeit verschwunden. Für Karin B. sind solche unterschwelligen Töne jedoch ein Dauerzustand. Damit ist sie eine von rund 1,6 Millionen Deutschen, die an Ohrenrauschen oder Tinnitus leiden. Nach Angaben der „Deutschen Tinnitus Liga“ breitet sich die Krankheit jährlich um 300.000 Fälle aus.
Ursachen
Tinnitus tritt am häufigsten im Alter zwischen 45 und 55 auf. Was daran liegt, dass der Körper und sein Immunsystem in dieser Lebensphase sensibler auf berufliche Anforderungen, familiäre Belastungen und Verschleiß reagieren. Ständige Lärmbelastung, Stress, wenig Bewegung und ungesunde Ernährung können weitere Ursachen für Ohrensausen sein. Zu den weniger beeinflussbaren Auslösern gehören Krankheiten (Herz- und Kreislaufprobleme, Stoffwechselstörungen, Allergien, Zahnschmerzen) oder Verletzungen nach einem Unfall (beispielsweise ein Schleudertrauma), die den Körper schwächen und gar nicht unmittelbar in Gehörnähe liegen müssen.
Ohrensausen und andere Symptome
Der Geräuschpegel im Ohr reicht vom „Klingeln“ oder „Brummen“ über hohe Pfeiftöne bis hin zum „Meeresrauschen“ und Ohrensausen. Die Betroffenen empfinden den Dauerton fast ebenso belastend wie die Lautstärke. „Es macht mich total unsicher, dass ich diese Geräuschkulisse nicht kontrollieren kann“, gibt Karin B. zu. Diese Unsicherheit erleben Patienten oft als Bedrohung, die sich in Angstzustände oder sogar in eine Depression steigern kann. Konzentrationsschwäche und Nervosität sind weitere Folgeerscheinungen von Tinnitus.
Wie man mit Tinnitus umgehen kann
Sind die Beschwerden einmal da, sollte man so schnell wie möglich einen Hals-, Nasen-, Ohrenarzt aufsuchen. Immer häufiger bieten Uni-Kliniken auch Tinnitus-Sprechstunden der HNO-Ambulanzen an. Da das Ohrensausen während der Ruhephasen und vor dem Schlafengehen besonders intensiv empfunden werden kann, empfehlen die Mediziner, für optimale Bedingungen zu sorgen: Ausreichend frische Luft, keine störenden äußeren Einflüsse, eine gute Matratze und eine entspannte Liegeposition. Je mehr Zeit der Körper zur Regeneration hat, desto lockerer kann der Tag beginnen. Alkohol, Nikotin und Koffein einschränken oder besser noch ganz vermeiden. Lieber viel Wasser und frische Säfte trinken. Fett- und salzarm essen, viel frisches Obst und Gemüse.
Tinnitus - Vorbeugung und Therapien
Das Ohr ist das wichtigste Sinnesorgan und 24 Stunden auf Empfang. Es ist übrigens der erste voll ausgebildete Sinn eines Embryos im Mutterleib. Da sich das Ohr nicht verschließen kann, wie die Augen oder der Mund, um sich vor äußeren Reizen zu schützen, sollte man ihm regelmäßig eine Pause gönnen. Ein Ausgleich zum stressigen Alltag kann Wunder wirken: Sport oder Entspannungstechniken wie Yoga, Tai Chi oder Meditation bieten sich an.
Tabletten oder Infusionen bringen zeitweilig Linderung. Tinnitus-Patientin Karin B. unterzog sich einer stationären Therapie, um auch etwas Ruhe zu finden. „Mir ging es an manchen Tagen sehr schlecht“, erinnert sie sich mit Schaudern. „Immer dann, wenn dieser Dauerton so laut wurde, dass ich vor Schmerzen am liebsten die Tapeten von der Wand gekratzt hätte.“ Die Ärzte verordneten ihr eine hyperbare Sauerstofftherapie. Dabei musste sich die Patientin für eine Stunde in einer Überdruckkammer aufhalten und zusätzlich Sauerstoff einatmen. „Nach meinem siebten Besuch fühlte ich eine Besserung“, sagt sie. Ganz ist sie das Rauschen im Ohr bislang nicht losgeworden. „Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf“ versichert die 36-Jährige. In den letzten Jahren hat sich die sogenannte Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) als erfolgreich erwiesen. Dabei arbeiten HNO-Spezialisten, Psychologen und Hörgeräteakustiker Hand in Hand. Ziel der Therapie ist das „Verlernen2 oder die „Nicht-Wahrnehmung“ des störenden Geräuschs durch einen sogenannten „Masker“. Einer Art Hörgerät, das ein ständiges Geräusch (weißes Rauschen) aussendet. Der Träger kann die Lautstärke kontrollieren und soll so langfristig das Klingeln, Pfeifen oder Rauschen „überhören und ignorieren“.
Neueste Forschungen
An der Uni Trier wird derzeit ein neues Ablenkungs- und Entspannungsprogramm (AET) erprobt. Die Idee: Nicht der Betroffene geht zum Training, sondern das Training kommt zum Patienten. Voraussetzung dafür ist ein PC mit Internetzugang, E-Mail-Adresse, Soundkarte, CD-ROM Laufwerk und 35 MB freiem Arbeitsspeicher. Teilnahme- und Anmeldebedingungen auf der Webseite der Uni Trier.
Verfasserin: Claudia Hötzendorfer
Fundstelle: [1] http://www.doktus.de/dok/26661/tinnitus.html
Lesen Sie auch [2] http://www.tinnitus-information.de/wenn_es_im_ohr.html und [3] http://www.medical-tribune.de/patienten/news/23023/
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[2] http://www.tinnitus-information.de/wenn_es_im_ohr.html: http://www.tinnitus-information.de/wenn_es_im_ohr.html
[3] http://www.medical-tribune.de/patienten/news/23023/: http://www.medical-tribune.de/patienten/news/23023/
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