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Mythos Krebsvorsorge - Schaden und Nutzen der Früherkennung
Dieser Eintrag stammt von Jörg Am 20.12.2008 @ 14:48 In Bücher, Krebs | Keine Kommentare
Der Urologe wiegt den Kopf. „Ich an Ihrer Stelle würde mir das operieren lassen.” Der Radiologe rät zum Bestrahlen. Die beste Ehefrau von allen rät zum Abwarten. Das hat Hackethal auch geraten: „Wenn Sie einen Urologen sehen, laufen Sie so schnell Sie können!” Und ist selbst ein paar Jahre danach an Krebs gestorben.
Der durchschnittliche Prostata-Tote ist 77 Jahre alt. Das ist etwas mehr als die durchschnittliche Lebenserwartung. Verwundert reibt sich der Leser die Augen.In drei großen Strängen führen die Autoren kompetent durch 268 Seiten (plus Register)
1. Grundlagen (Was ist Krebs, Früherkennung, Leben mit der Angst)
2. Akteure (Patienten, Ärzte, Industrie, Krankenkassen)
3. Tumorarten (Brustkrebs, Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs, Darmkrebs, Hautkrebs - und Tumorarten ohne gesetzliches Früherkennungsprogramm wie z. B: Lungenkrebs und solche, die man gar nicht früh erkennen kann (Speiseröhrenkrebs).
Im Vorwort ziehen die Autoren Fazit: Wer nicht zur Früherkennung geht, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Er lässt vielleicht eine kleine Chance aus, das eigene Leben zu verlängern. Und er nimmt das Risiko eine Lebenskrise in Kauf, die er ohne Früherkennung nie hätte durchmachen müssen. Wer sich durch das Buch durchbeißt, kommt erschlagen am Ende an: Er hat sich durch einen Filz von Interessengruppen, Statistiken, Todesfällen und Lebens- und Sterbensqualitäten herumgeschlagen und weiß am Ende immer noch nicht, was er machen soll. Diese Entscheidung können ihm die Autoren auch nicht abnehmen. Gut an dem Buch ist, dass es jedem die Alternative klar mitteilt: Früherkennung bringt sehr wenigen etwas (vielleicht) und verunsichert viele. Was nicht falsch sein kann: Gesunde Ernährung, Sport, keine Drogen.
Und ansonsten: Einen klaren Kopf behalten. Und dieses Buch immer mal wieder lesen, wenn eine Vorsorgeuntersuchung ansteht. Und dann von Fall zu Fall entscheiden.
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