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Archive für 6.12.2008
Die Chemie ist schuld am Krebs
6.12.2008 von Jörg.
Kinderärzte und Krebsspezialisten warnten gestern in Brüssel: Die EU-Chemikalienrichtlinie darf nicht aufgeweicht werden. Denn Krebsraten und Allergien steigen dramatisch - durch Umweltgifte. 300 Chemikalien finden sich im Blut eines Europäers.
Die Zahlen sind erschreckend: 75 Prozent aller Krebserkrankungen sind direkt oder indirekt auf schädliche Umwelteinflüsse zurückzuführen. Die restlichen 25 Prozent werden durch Tabak ausgelöst. Diese Einschätzung präsentierten gestern Krebsspezialisten und Kinderärzte in Brüssel. Sie gehören dem „Pariser Appell“ an, den 70 Wissenschaftler initiiert haben - darunter Nobelpreisträger. Gemeinsam wollen sie verhindern, dass die EU-Chemikalienrichtlinie REACH verwässert wird
Bei Kindern steigt die Krebsrate jährlich um ein Prozent und ist zur zweithäufigsten Todesursache geworden. Die Brustkrebsrate hat sich in 20 Jahren verdoppelt. Prostatakrebs bei Männern hat sich seither verdreifacht. Eine Studie aus Wales und England zeigt, dass dort die Rate sämtlicher Krebserkrankungen explodierte: Zwischen 1970 und 1999 stieg sie um 60 Prozent.Auch andere Umwelterkrankungen haben enorm zugenommen. 15 Prozent aller Paare sind ungewollt kinderlos. Der österreichische Kinderarzt Andreas Lischka ist überzeugt, dass die Symptome oft fälschlich als psychosomatisch eingestuft werden, obwohl in Wahrheit das Zentralnervensystem auf Umweltgifte reagiert. Auf vier bis neun Prozent wird der Anteil der Bevölkerung geschätzt, der unter schwersten Umwelterkrankungen wie chronischer Ermüdung oder schwerem Asthma leidet.
Die Ärzte in Brüssel wurden auch regional unterstützt: In Berlin äußerte sich der Vorsitzende des Umweltausschusses der Bundesärztekammer ebenfalls alarmiert. “Im Blut eines Europäers finden sich bis zu 300 Chemikalien. Selbst im Nabelschnurblut von ungeborenen Kindern werden Chemikalien gefunden”, sagte Heyo Eckel. Zudem sei nicht nur die genaue Wirkung vieler Stoffe unbekannt - sondern auch die kombinierte Wirkung dieser Chemikalien-Cocktails. Eckel kritisierte, dass REACH nur chemische Stoffe in Reinform betrifft, nicht aber die Produkte, mit denen die Verbraucher real in Berührung kommen, wie Textilien oder Spielzeug. “Die Pflicht zur Registrierung ist auf solche Produkte auszuweiten.”
Eckel monierte auch, dass REACH jene chemischen Stoffe nicht betreffen soll, von denen im Jahr weniger als eine Tonne produziert wird. „Der Entwurf enthält keinen Mechanismus, der Stoffe mit hohen Gesundheitsrisiken erkennt, wenn sie nur in kleinen Mengen hergestellt werden.“Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Registrierung von rund 30.000 chemischen Substanzen 2,3 Milliarden Euro kosten wird - verteilt auf elf Jahre. Rechnet man die Umstellung auf weniger gefährliche Ersatzstoffe hinzu, so dürfte die Gesamtbelastung bei etwa 5,2 Milliarden Euro liegen. Sollten dadurch die umweltbedingten Krankheiten um 10 Prozent zurückgehen, könnten in den nächsten 30 Jahren 50 Milliarden Euro an Gesundheitskosten gespart werden. Der Haken ist nur, dass davon nicht die chemische Industrie, sondern die Krankenkassen profitieren würden.
Fundstelle: taz Nr. 7815 vom 9.11.2005, Seite 8,
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Asthma und Übergewicht
6.12.2008 von Jörg.
Asthmatische Beschwerden bei Übergewicht müssen nicht unbedingt auf ein Asthma zurückzuführen sein. Möglich ist auch, dass erhöhte Fettanteil auf die Lunge drückt und dadurch das Atmen schwer fällt.
Luft aus Lungen gepresst
Sowohl die auf dem Brustkorb lastenden Fettmassen als auch das von unten auf das Zwerchfell drückende Fett im Bauchraum bedingen bei Adipositas eine mechanische Behinderung der Atmung, indem sie die Luft aus den Lungen pressen. Besonders im Liegen in Rückenlage verbleibt in Atemruhelage deutlich weniger Luft in den Lungen. Dabei werden die Atemwege weniger durch das elastische Lungengewebe aufgedehnt. Es kostet in schweren Fällen mehr als doppelt so viel Arbeit, die Luft durch die verengten Atemwege zu pressen und die Fettmassen bei der Atmung hin und her zu bewegen. Bei extremen Adipösen wird oft auch das Fassungsvermögen der Lungen vermindert (restriktive Ventilationsstörung).Gleichzeitig steigt der Bedarf an Sauerstoff mit dem Körpergewicht in Ruhe und insbesondere bei körperlicher Aktivität. So entsteht Atemnot bei körperlicher Anstrengung wie Treppen steigen oder Laufen, weil einerseits die Atmung behindert ist und andererseits mehr Luft geatmet werden muss.Giemen und Atemnot in Rückenlage und verminderter Sauerstoffgehalt des Blutes können bei ausgeprägter Adipositas auch beim Liegen in Rückenlage auftreten. Sie erhöhen das Risiko für eine obstruktive Schlafapnoe. Weil die Bronchialmuskeln durch die flachere Atmung und den niedrigen Luftgehalt der Lungen unzureichend gedehnt und damit entkrampft werden, steigt nachts zudem die bronchiale Empfindlichkeit. Das Rückfließen von saurem Magensaft in die Speiseröhre (gastroösophagealer Reflux) wird bei Adipösen (insbesondere Frauen) häufiger beobachtet. Die Reizung der Speiseröhre oder gar des Kehlkopfes durch die Säure verursachen oft Atembeschwerden. Ursächlich sind erhöhte Druckunterschiede zwischen Bauchraum und Brustraum, fettreiche Ernährung, kohlensäurehaltige Limonadengetränke, Essattacken sowie Spät- und Nachtessen.
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Amerikas Babys werden immer dicker
6.12.2008 von Jörg.
Washington (afp) Die Fettleibigkeit in den USA betrifft in zunehmendem Maß auch schon Babys. Das Fachblatt „Obesity“ berichtet von einer Langzeitstudie der Harvard Medical School, bei der das Gewicht von mehr als 120.000 Neugeborenen und Kleinkindern beobachtet wurde. Daraus ergab sich, dass 5,9% der Babys unter sechs Monaten im Jahr 2001 als fettleibig einzustufen waren, während der Anteil 20 Jahre zuvor bei 3,4% lag.
Mehr als jedes 10. Baby (11,1 Prozent) ist der Studie zufolge übergewichtig, die nach der Fettleibigkeit zweithöchste Einstufung.
Fundstelle: Neuss Grevenbroicher Zeitung vom 14.8.2006
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Knochenschwundkrankheit Osteoporose
6.12.2008 von Jörg.
Knochengesunde Ernährung und Bewegung sind die besten PräventionsmaßnahmenAachen, den 16. Oktober 2006: Ein optimiertes Aminosäuregemisch kann positive Wirkungen auf die Knochendichte ausüben, berichtete Professor Doktor Jürgen Spona aus Wien beim 4. Internationalen Diätetik Kongress der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. am 7. und 8. Oktober. Das Erreichen einer maximalen Knochendichte im Kindesalter und in der Jugend sowie die Verringerung des Knochenabbaus im späteren Leben sind die zwei Hauptstrategien um das Entstehen einer Osteoporose zu verhindern. Dies kann durch eine adäquate Ernährung, Bewegung und einer ausreichenden Zufuhr von Calcium und Vitamin D erreicht werden. Die Aufnahme konkreter Bestandteile der Nahrung ermöglicht es, positiv auf den Knochenstoffwechsel einzuwirken.
Eine gesunde Ernährungsweise mit reichlich Gemüse, Obst und Getreideprodukten zeigt ebenfalls positive Wirkungen auf die Knochengesundheit. Ergebnisse der Framingham Osteoporose Studie zeigen, dass männliche Personen der Gruppe mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse und Getreideprodukten in der Nahrung die größte Knochendichte (BMD) aufweisen. Die Gruppe mit einem hohen Anteil an Süßigkeiten hatte die geringste BMD. Auf eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Getreideprodukten ist, muss auch bei Kindern geachtet werden, da eine möglichst große Knochenmasse ein wichtiger Faktor in der Prävention der Osteoporose ist.
Fundstelle: Pressemitteilung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
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