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Archive für 7.12.2008

Stress entsteht im Kopf

Das Gefühl von Stress ist erst einmal nichts anderes als eine natürliche, biologische Reaktion von Körper und Seele auf alle intensiven Reize, die (all-)täglich auf uns zukommen; sowohl aus der Umwelt(Beruf, Familie, Lärm, finanzielle Sorgen) als auch aus der Innenwelt (sich unter Druck sezen, Zweifel,  negative Gefühle). Aber auch positive, interessante Lebensereignisse wie die Geburt eines Kindes oder eine unerwartete Beförderung gehören zu den Stressfaktoren, kurz Stressoren genannt.

Zu krankmachendem Stress kommt es erst dann, wenn die Stressoren überhandzunehmen scheinen, wenn kein Ende der Überlastung in Sicht ist und die Situation vom Betroffenen als unauseichlich erlebt wird. Uns Menschen unterscheidet hauptsächlich, wie wir auf die Anforderungen und Belastungen reagieren, die wir zu bewältigen haben.
Von der Persönlichkeit des Einzelnen ab, von seiner seelischen und körperlichen Verfassung. Manche Menschen wirken immer hektisch und gestresst, andere bei den gleichen Herausforderungen eher gelassen - im Höchstfall temperamentvoll. Stress entsteht im Kopf - und jeder Kopf ist einzigartig.
Stress - gemeint ist hier der Alltagsstress - ist also vor allem eine innere Bewertungssache. Weil der Umgang mit Stress für jeden Menschen spezifisch ist, ist derAusweg für jeden anders. Nur eines ist ähnlich: Äußere und innere Strategien der Stressbewältigung sollten ineinandergreifen. Zunächst wird noch einmal geprüft, ob an den äußeren Stressoren nicht doch noch etwas verändert werden kann. Anschließend sollten beruhigende Tätigkeiten wie Musikhören, Lesen  und Spazierengehen ergänzt werden durch ein Innehalten und ein Überprüfen tieferer Gründe wie negative Gedanken, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle und übersteigerte Perfektionserwartung, die den Alltagsstress zusätzlich verschärfen.
Eine Psychotherapie kann hier helfen, die innere Lage zu klären und störende seelische Einflüsse zu  verarbeiten.

Autorin:     Dr. Claudia Sies  Neuss
Fundstelle:  Neuss-Grevenbroicher-Zeitung vom 5.12.2008

Die Zuckermafia - Lust auf Süßes?

Kinder essen gerne Süßes - ganz egal, aus welchem Kulturkreis sie stammen. Der Grund für den Genuss: Zucker fördert im Gehirn die Bildung des Glückshormons Serotonin. Wer nascht fühlt sich wohl. Deshalb gewöhnen sich Kinder auch so leicht an süße Kost und damit auch an den Energielieferanten und Geschmacksverstärker Zucker. Das machen sich die Lebensmittelhersteller augenscheinlich zu nutze: Ob in Müsli, Ketchup, Backwaren, Fertigsuppen oder Babynahrung - Zucker ist immer mit dabei. Was aber bewirkt der Zucker im Körper? Die Zuckermoleküle in der Nahrung gelangen sehr schnell über die Darmwand ins Blut. Der Zucker erhöht somit kurzfristig den Blutzuckerspiegel und regt die Insulinausschüttung an. Die Aufgabe dieses Hormons ist es, die Überzuckerung des Körpers zu verhindern. Es dockt an der Zellwand an und beginnt sofort damit, die Zuckermoleküle aus dem Blut in die Zelle hineinzuschleusen. Dort wird der Zucker zur Energiegewinnung genutzt. Ist aber mehr Zucker vorhanden als benötigt wird, beginnt die Zelle damit, den Zucker in Fett umzuwandeln. Und das kann der Körper besser speichern.

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Alu in Deo-Sprays kann möglicherweise Brustkrebs auslösen

 Reading — Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen, mindestens jede Zehnte erkrankt im Laufe ihres Lebens. Östrogene spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Krankheit. Aber auch Substanzen, die dem Hormon ähneln, stehen unter dem Verdacht, Brustkrebs auszulösen. Dazu zählen etwa Pflanzenextrakte, die so genannten Phytoöstrogene, und auch in Pestiziden oder Plastikprodukten sind Verbindungen enthalten, die im Körper wie das Hormon Östrogen wirken.
Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass nur große, komplexe Moleküle die Hormonrezeptoren besetzen und sie aktivieren können. Doch jüngste Studien deuten darauf hin, dass auch einzelne geladene Metallatome, die so genannten Metallöstrogene, in der Lage sind, am Östrogenrezeptor anzudocken.
Die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins „Journal of Applied Toxicology“ lenkt die Aufmerksamkeit der Krebsforscher auf Aluminiumverbindungen, die in vielen Deodorants vorkommen. Theoretisch, mutmaßen die Autoren, könnten Aluminiumionen aus Deos in den Körper gelangen und dort ihre hormonartige Wirkung entfalten. Viele Deos bestehen bis zu einem Viertel aus Verbindungen wie Aluminium-Chlorohydrat. 
Ein direkter Zusammenhang zwischen Deos, die solche Verbindungen enthalten, und der Entstehung von Brustkrebs ist allerdings nicht bewiesen. „Jedes für sich haben die verschiedenen Metallionen keinen sehr starken Einfluss auf die Krebsentstehung“ so die Autorin der Studie, Philippa Darbre. „Insgesamt könnten sie aber wie Teilchen eines Puzzles die Entstehung von Brustkrebs beeinflussen.“
Die Wirkung von Metallionen als östrogenartige Substanz könnte auch erklären, weshalb Raucherinnen häufiger an Brustkrebs erkranken. Das im Tabakqualm enthaltene Cadmium kann im Körper ebenfalls an Östrogenrezeptoren andocken und so wohlmöglich die Entstehung von Brustkrebs fördern. Bewiesen ist bereits, dass Raucherinnen vermehrt Cadmium im Brustgewebe haben. 
Fundstelle: 
Die Welt   3.3.2006  Seite 31

Carotinoide senken Sterblichkeit

Der sekundäre Pflanzenstoff Carotin, reichlich in Karotten enthalten, senkt die Sterblichkeit bei Senioren

fasst heute Diplom Oecotrophologin Katrin Raschke von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik aus Aachen das Ergebnis einer aktuellen europäischen Studie zusammen.
Im Rahmen der SENECA-Studie zur Ernährung europäischer Senioren ermittelten Wissenschaftler aus den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich bei 1.168 Senioren im Alter zwischen 70 und 75 Jahren die Plasmakonzentrationen an a- und ß-Carotin. Nach zehn Jahren bewerteten sie den Zusammenhang zwischen aufgetretenen Todesfällen und den früheren Carotin-Konzentrationen im Blutplasma. 


Für Personen mit einem hohen Carotin-Status ergab sich eine geringere Gesamtsterberate sowie ein geringeres Sterberisiko durch Krebsleiden. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ließ sich ebenfalls ein positiver Zusammenhang feststellen, allerdings beschränkt auf schlanke Menschen mit einem Body-Mass-Index von unter 25. 

Um ihre Ergebnisse weiter zu untermauern, führten die untersuchenden Wissenschaftler um Brian Buijsse eine übergeordnete Auswertung mit vier weiteren Studien durch. In diese Meta-Analyse flossen Daten von insgesamt 4.417 Personen im Alter über 60 Jahren ein. Die Forscher teilten die Testpersonen nach ihrem Plasma-Carotingehalt in vier Gruppen ein. Die Gruppe mit den höchsten Werten hatte im Vergleich zur Gruppe mit den niedrigsten Werten ein um den Faktor 0,72 verringertes Sterberisiko. Die sekundären Pflanzenstoffe a- und ß-Carotin bilden die Vorstufe von Vitamin A und sind wirksame Fänger freier Radikale, die am Fortschreiten des Alterungsprozesses und der Entstehung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt sind. Daher könnten Menschen mit mehr Radikalfängern im Blut ein geringeres Risiko dieser chronischen Erkrankungen aufweisen, interpretiert Katrin Raschke die Studienergebnisse. 


Demzufolge sollten nicht nur Senioren auf eine ausgewogene Kost mit reichlich carotinreichen gelben und grünen Obst- und Gemüsesorten achten. Spitzenreiter unter den Carotinlieferanten ist die Karotte, aber auch Kürbis, Grünkohl, Spinat und Aprikosen sind gute Quellen.
 


(1) Buijsse B, Feskens EJM, Schlettwein-Gsell D et al.: Plasma carotene and a-tocopherol in relation to 10-y all- cause and cause-specific mortality in European elderly: the Survey in Europe on Nutrition and the Elderly, a Concerted Action (SENECA).
Am J Clin Nutr 2005; 82: 879-86(2) Watzl B, Leitzmann C: Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln, 2. Auflage 1999, Hippokrates, Stuttgart; Seite 27 

Fundstelle:  Pressemitteilung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V.  Mariahilfstr. 9, 52062 Aachen  Tel.: 0241 - 96 10 30   8. Dezember 2005

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