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Archive für 9.12.2008

HPV-Impfung in der Kritik

Die Impfstoffe, die Gebärmutterhalskrebs verhindern sollen, schreiben Medizingeschichte: Selten kam ein Medikament so schnell auf den Markt - und war so teuer. Nun regt sich Kritik: Die Wirksamkeit der Impfung sei nicht hinreichend erwiesen, meinen 13 Forscher. Und die Pharmakonzerne halten wichtige Daten zurück.

Als Ende 2006 in Deutschland der erste Impfstoff auf den Markt kam, der Frauen vor einer Infektion mit humanen Papillomaviren und damit langfristig vor Gebärmutterhalskrebs schützen soll, war es eine Revolution. Nur wenige Monate später, im März 2007, empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Was bedeutet: Die gesetzlichen Krankenkassen müssen die Kosten für die drei nötigen Spritzen übernehmen. Das sind rund 450 Euro für den Impfstoff, kein anderes von den Kassen gezahltes Vakzin ist auch nur annähernd so teuer. Gardasil, einer der beiden Impfstoffe am Markt, war 2007 auch prompt mit 267 Millionen Euro das Medikament mit dem höchsten Umsatz Deutschland.

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Wie schon der Fötus auf Übergewicht getrimmt wird

Neue Studie: Fettreiche Ernährung der Mutter verändert Gehirnstruktur des Kindes - Produktion eines Appetithormons ist dauerhaft höher

New York - Eine ungesunde Ernährung schadet der Gesundheit, das hat sich herumgesprochen. Doch es häufen sich die Hinweise darauf, dass dies schon für die früheste Lebensphase zutrifft: die Zeit als Fötus. Später im Leben hat es der Betroffene dann umso schwerer, die Ernährungsfehler der Mutter wieder auszugleichen.Forscher aus New York haben dem im Tierversuch ein Puzzlestein hinzugefügt: Bereits vor der Geburt wird das Kind auf übermäßiges Essen und Übergewicht getrimmt - mit all den Spätfolgen wie Diabetes. Es sei wahrscheinlich, dass die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind. Das Fazit: Ernährt sich die Mutter in der Schwangerschaft fettreich, verändert dies die Gehirnstruktur des Fötus, und das Kind wird lebenslang mehr Appetit haben und mehr essen. Das schreibt Sarah Leibowitz von der Rockefeller-Universität nach Versuchen mit Ratten im “Journal of Neuroscience”.

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Omega-3-Fettsäuren stärken das Immunsystem

SAULHEIM – Herzinfarkt und Schlaganfall, Rheuma und Neurodermitis und Diabetes: kaum ein Volksleiden, das nicht durch Omega-3-Fettsäuren zu lindern wäre. Was ist dran an diesen Versprechungen?  Der menschliche Körper kann Omega-3-Fettsäuren nicht selbst herstellen. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Diese Fettsäuren sind wichtiger Bestandteil der Zellmembranen und bilden den Ausgangsstoff für eine Reihe von Gewebshormonen, die so genannten Eicosanoide.Wichtigste Quelle für die Omega-3-Fettsäuren sind fette Meeresfische und zwar vor allem solche, die in kalten Gewässern leben. Dazu gehören Makrele, Tunfisch, Hering und Lachs.  

Gut für Herz und Kreislauf
Umfangreiche Ernährungsstudien konnten zeigen, dass das Schlaganfall-Risiko durch häufigen Fischverzehr stark gesenkt werden konnte.  

Wirkung auf entzündliche Prozesse
Die verschiedenen aus den Omega-Fettsäuren aufgebauten Eicosanoide wirken auf Entzündungsprozesse. Darüber hinaus beeinflussen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen das komplexe Geschehen des Immunsystems. So werden auch einige Erkrankungen durch Omega-3-Fettsäuren günstig beeinflusst, bei denen entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Dazu gehören rheumatische Erkrankungen, Schuppenflechte und chronische Darmerkrankungen - Fischöle sollen hier Krankheitssymptome lindern bzw. medikamentöse Therapien unterstützen.  

Wer auf Grund einer chronischen Erkrankung, wegen einer Fisch-Allergie oder aus anderen Gründen, einen besonderen Bedarf an zusätzlichen Omega-Fettsäuren hat, sollte vor der Einnahme von Fischöl-Kapseln sicherheitshalber mit dem Arzt sprechen.  Wer sich ausgewogen ernährt und ein bis zwei Mal die Woche Fisch isst, ist auf jeden Fall beim Konsum von Omega-Fettsäuren auf der sicheren Seite.  

MT-Online D, Juraj Gubi

Fundstelle: http://www.medical-tribune.de/patienten/news/19443/

Je mehr Limonaden, desto weicher die Knochen

Jugendliche, die häufig Softdrinks konsumieren, haben weniger mineralhaltige und damit weniger stabile Knochen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung. Die Konsequenz kann nach Einschätzung der Forscher eine erhöhte Osteoporose-Gefahr im Erwachsenen-Alter sein. Osteoporose ist eine häufige Alters-Erkrankung, die für Knochenbrüche anfälliger macht. Verformt sich auch noch durch sog. Keilwirbel die Wirbelsäule, entsteht der typische Witwenbuckel. Eine Studie belegt jetzt, dass bei Softdrink-Trinkern mit zunehmendem Alter die Knochen weich werden 

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Sonnenflucht gefährlicher als jeder Sonnenbrand

OSLO/BOSTON – Zu viel Sonneneinstrahlung gilt als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Andererseits brauchen wir das Licht zur Produktion von Vitamin D. Was denn nun: Rein in die Sonne oder raus?

Eine norwegische Forschergruppe hat nun anhand einer großen Analyse versucht, Vor- und Nachteile einer Sonnenexposition abzuwägen. Dazu wurden Daten aus dem Internationalen Krebsregister und der Sterbestatistik der WHO über einen Zeitraum von rund 40 Jahren ausgewertet. Johan Moan von der Abteilung für Strahlenbiologie am Institut für Krebserforschung in Oslo und Kollegen bestätigen in Proceedings of the National Academy of Science (2008 105: 668-673) zwar den Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und dem Auftreten von Melanomen. Allerdings zählen sie auch Gegenargumente auf: Der schwarze Krebs tritt häufiger bei Menschen auf, die in geschlossenen Räumen arbeiten, bei Jüngeren findet er sich eher an Stellen, die von Kleidung bedeckt sind.

Auf der anderen Seite stehen die schützenden Effekte von Vitamin D: Neben seiner Bedeutung für den Knochenstoffwechsel scheint es auch eine positive Wirkung auf die Prognose verschiedener Tumoren wie Brust-, Darm-, Prostata- und Lungenkrebs zu haben. Darüber hinaus werden dem Vitamin günstige Effekte im Hinblick auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben. Diesen Zusammenhang bestätigt eine Studie von Thomas J. Wang und Kollegen, die in Circulation (2008, online first) veröffentlicht wurde. Den Untersuchungsergebnissen zufolge steigt das Risiko für Herz und Gefäße mit zunehmender Entfernung des Wohnorts vom Äquator.

Der Vitamin-D-Spiegel kann durch Nahrungsmittel gesteigert werden. Die nicht gerade sonnenverwöhnten Norweger erhöhen ihn beispielsweise durch ausgiebigen Verzehr von Kabeljauleber. Nach Auffassung der norwegischen Autoren ist es aber nicht möglich, den optimalen Vitamin-D-Spiegel allein über die Ernährung zu erreichen. Sie folgern daraus, dass eine moderate UV-Bestrahlung eher günstige Effekte für den Organismus verspricht. Allerdings sind weitere Langzeituntersuchungen wünschenswert – insbesondere um das Krebsrisiko im Auge zu behalten.

MTD, Ausgabe 14 / 2008 S.21, abr,

Fundstelle:   http://www.medical-tribune.de/patienten/news/22305/   12/2008

Mehr als 334.000 Lungenkrebs-Tote (2006) in Europa

Während Deutschland und andere EU-Länder noch an Rauchverboten feilen, melden WHO-Forscher dramatische Zahlen von Todesfällen durch Tabakkonsum. In Deutschland basteln die einzelnen Bundesländer an ihrem je einzelnen Rauchverbot, in Frankreich sollen ab Januar 2008 auch Cafés und Restaurants rauchfrei sein - doch für rund 334.000 Menschen in Europa kommen diese Pläne zu spät. Sie starben 2006 in Europa an Lungenkrebs.  Das berichten Peter Boyle und seine Kollegen von der International Agency for Research on Cancer in einer Studie, die im Fachmagazin Annals of Oncology erscheinen soll. Die Wissenschaftler, die für die WHO arbeiten, stellten Daten der einzelnen Länder zusammen, errechneten die Gesamtanzahl der Neuerkrankungen, an Todesfällen und erarbeiteten eine Zukunftsprognose. 

Für die Bundesrepublik errechneten die Wissenschaftler rund 72 Lungenkrebs-Tote auf 200.000 Einwohner - wobei die Quote bei den Männern wesentlich höher lag: Wäre etwa eine Stadt mit rund 100.000 Bürgern wie Cottbus oder Hildesheim nur mit Männern bewohnt, so hätte dies im vergangenen Jahr für 54 der Einwohner Tod durch Lungenkrebs bedeutet.  Die Überwiegende Anzahl der Lungenkrebs-Fälle sei dem Tabakrauch geschuldet, so Boyle. Es sei wichtig, die Tabakseuche besonders in Zentral- und Osteuropa mit starken und wirkungsvollen Maßnahmen einzudämmen. 

Insgesamt starben laut Angaben der Forscher in den 25 alten EU-Ländern im Jahr 2006 rund 1,15 Millionen Menschen an Krebs, bis zum Jahr 2015 könnten dies rund 1,5 Millionen pro Jahr werden. Die meisten neuen Fälle gab es beim Brustkrebs - rund 429.000 Menschen in Europa erkrankten neu daran. Das bedeutete gegenüber den Vorjahren eine Steigerung, die Boyle aber nicht auf eine tatsächlich höhere Zahl sondern auf den Anstieg von Vorsorgeuntersuchungen zurückführt. 

Auch der Darmkrebs gehört zu den häufigen und sehr gefährlichen Krebsarten: 207.000 Personen starben 2006 innerhalb von Europa daran, etwa die doppelte Anzahl erkrankte neu an diesem Krebs der Verdauungsorgane.  Es sei dringend notwendig, Maßnahmen gegen den Krebs zu ergreifen, urteilte Boyle. Neben den Maßnahmen gegen Tabakkonsum nannte er das Screening von Brust, Gebärmutter und Darm als weitere Mittel gegen die unkontrollierten Zellwucherungen. 
Fundstelle: www.medical-tribune.de  

Fleischverkehr und Krankheiten

Unabhängige Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, mit PD Dr. med. R. Frentzel-Beyme, dem Bundesgesundheitsamt, mit Prof. Dr. med. H. Rottka und dem Ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Gießen, mit Prof. Dr. C. Leizmann haben bestätigt, dass vegetarische Ernährung gesünder ist, als fleischhaltige Mischkost!

 Quelle: Carcinogenesis. 2007 Sep; 28(9): 2019-27; Equb 2007 Aug 8.

Lesen Sie den Artikel unter http://blog.zentrum-der-gesundheit.de/2008-05-02-fleischverzehr-und-krankheiten.html

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