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Archive für 3.5.2009

Wirksamkeit von Grippeschutzimpfung für Ältere meist “bescheiden”

Manche gesundheitsbezogenen Aktivitäten und Maßnahmen erscheinen derart selbstverständlich, plausibel und gesundheitsförderlich, dass ihre Wirkung und Existenzberechtigung gar nicht mehr hinterfragt werden. Ein Paradebeispiel ist die Grippeschutzimpfung für ältere Personen, die ohne Einschränkung “weltweit empfohlen” wird.

Ob dies berechtigt ist oder ob es sich möglicherweise um eine Fehlversorgung oder eine hohle Versprechung handelt, wollten nun aber doch Wissenschaftler (Jefferson, T.; Rivetti, D. et al.) durch einen systematischen Review der medizinischen Studien überprüfen, die sich mit der Wirksamkeit dieser Impfung bei Personen über 65 Jahren beschäftigten.

Die gerade unter dem Titel “Efficacy and effectiveness of influenza vaccines in elderly people: a systematic review” in der Fachzeitschrift “Lancet” (The Lancet 2005; 366:1165-1174) veröffentlichten Ergebnisse dämpfen die populären Erwartungen beträchtlich und sind außerdem von sehr spezifischer Art:
- Nachweisbar hochwirksam ist danach eine Grippeschutzimpfung nur bei älteren Personen, die in Alten- und Pflegeheimen leben. Zumindest zum Teil hilft sie dort gegen die mit einer Grippe verbundenen Komplikationen.
- Für ältere Personen, die nicht pflegebedürftig sind und in Privathaushalten leben, war der Nutzen der Impfung dagegen insgesamt nur bescheiden (”modest”) und auch nicht immer nachweisbar.

Fundstelle:  The Lancet 2005; 366:1165-1174

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Gesamt-Plasmacarotinoid-Spiegel und Sterblichkeit

In der so genannten InCHIANTI-Studie (1) wurde der Zusammenhang zwischen Plasmacarotinoidspiegeln und Sterblichkeit bei 1043 älteren Menschen in der Region Chianti (Toskana) untersucht. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass der Plasmacarotinoidspigel im Blut als verlässlicher Biomarker für den Verzehr von Obst und Gemüse gilt, welche als protektiv gegenüber diverse Zivilisationserkrankungen angesehen werden. 

In dieser über acht Jahre dauernden Longitudinalstudie wurden Gesamtcarotinoidspiegel (Summe der Konzentrationen an alpha-Carotin, beta-Carotin, beta-Cryptoxanthin, Lutein, Zeaxanthin und Lycopin) erhoben, in drei Gruppen entsprechend den Carotinoidkonzentrationen unterteilt und die Werte in Relation zur Sterblichkeit gesetzt. 

Nach statistischer Anpassung für Alter, Bildung, BMI und dem Auftreten chronischer Krankheiten zeigte sich, dass die Probanden in der Gruppe der höchsten Tertile eine geringere Sterblichkeit aufwiesen als Teilnehmer der niedrigsten Tertile. In Zahlen ausgedrückt war die sogenannte Hazard Ratio 0.81, was in etwa einem um 19% geringeren Sterblichkeitsrisiko gegenüber der Gruppe mit den niedrigsten Carotinoidwerten entspricht. 

Die Autoren folgerten, dass geringe Plasmacarotinoidkonzentrationen im Blut ein unabhängiger Risikofaktor für die Sterblichkeit älterer Menschen in dieser Population sei. 

(1)   Lauretani F. et al.: Low total plasma carotenoids are independent predictors of mortality among older persons: the InCHIANTI study, Eur J Nutr, September 2008; 47(6): 335-340. 

Fundstelle:  ENA Newsletter 4/09    www.enaonline.org

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