Archive for Juni, 2009

Versteckter Zucker

Dienstag, Juni 30th, 2009

Auch, wenn es nicht auf der Verpackung steht und auch, wenn man es nicht erwartet: in vielen Lebensmittel ist Zucker versteckt. Zucker-Tarnnamen sind beispielsweise

  • Saccharose (Haushalts- oder Rübenzucker),

  • Lactose (Milchzucker),

  • Maltose (Malzzucker),

  • Glucose / Dextrose (Traubenzucker) oder

  • Fructose (Fruchtzucker).

(mehr …)

Lantus unter Verdacht

Sonntag, Juni 28th, 2009

Das Diabetes-Mittel Glargin, das der Pharmakonzern Sanofi-Aventis unter dem Namen Lantus vertreibt, gerät in die Kritik: Das Analog-Insulin erhöht womöglich das Krebsrisiko. 

Der Aktienkurs von Sanofi-Aventis war das erste Warnsignal. Um mehr als acht Prozent fielen die Börsenwerte des internationalen Pharmakonzerns zwischenzeitlich am gestrigen Freitag. Der Grund für den Absturz waren offenbar neue Sicherheitsbedenken gegenüber einem der umsatzstärksten Medikamente des Unternehmens: Das Diabetes-Mittel Glargin, ein sogenanntes Analog-Insulin, das Sanofi-Aventis unter dem Namen Lantus vertreibt, steht in dem Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Auf solche Nachrichten reagiert der Aktienmarkt oft schneller als die Fachwelt. 

Der Absturz an der Börse kam der Wissenschaft allerdings nur wenige Tage zuvor. Am kommenden Dienstag sollten im Fachmagazin Diabetologia, dem Organ des europäischen Diabetologenverbandes EASD, gleich vier Studien erscheinen, die von der erhöhten Krebsgefahr durch das Analog-Insulin Lantus berichten. Da die Information offenbar vorzeitig durchgesickert und an die Börse gelangt war, entschloss sich die EASD, die Fachartikel früher zugänglich zu machen. In den Studien mit insgesamt mehr als 300 000 Patienten, die aus Schweden, Wales, Schottland und Deutschland stammen, sehen die Forscher bei Diabetikern, die das Analog-Insulin spritzen, ein erhöhtes Krebsrisiko.  (mehr …)

Greenpeace-Studie: Obst und Gemüse mit illegalen Pestiziden gespritzt

Donnerstag, Juni 25th, 2009

Verbraucherbehörde verheimlicht verbotene Agrargifte im Essen 

Deutsches Obst, Gemüse und Getreide ist häufig mit illegalen und besonders gesundheitsschädlichen Pestiziden belastet. Dies geht aus einer Untersuchung von Greenpeace hervor, die auf Daten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) basiert. Neun Prozent (199 von 2176 Proben) der im Jahr 2006 behördlich nachgewiesenen Pestizide haben in Deutschland keine Zulassung. Die meisten illegalen Pestizide befanden sich in frischen Kräutern und Himbeeren (18 Prozent der Proben), gefolgt von Feldsalat, Birnen, Rucola und Johannisbeeren (6 bis 8 Prozent der Proben). Greenpeace hat die im Frühjahr 2008 veröffentlichten Daten ausgewertet, da das BVL seine Analysen nicht selbst auf illegale Pestizide überprüft. 

(mehr …)

Birkenpollenallergiker vor Sojadrinks warnen

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Auf Birkenpollenallergiker lauert Gefahr in Asia-Shops und Reformhäusern. Sojaprodukte können bei ihnen heftige Reaktionen provozieren.  

Die Allergene von Birke und Soja ähneln sich verblüffend. Ob dies klinische Relevanz hat, prüften Privatdozentin Dr. Regina Treudler und Kollegen von der Universitäts-Hautklinik Leipzig an 100 Patienten mit Birkenpollenallergie. Neben Pricktests mit Sojadrink erfolgten IgE-Messungen und ein Soja-Verzehr-Interview. 

Von den 100 Probanden hatten 65 bislang mindestens ein Sojaprodukt verzehrt. In etwa jedem dritten Fall (20/65) kam es hiernach zur Soforttypreaktion. Alle bis auf einen Patienten berichteten über ein orales Allergiesyndrom mit Schleimhautsymptomen wie Jucken, Schwellung und pelzigem Gefühl. Ein Angioödem erlitten fünf Patienten, in vier Fällen kam es zu Kreislaufbeschwerden, Juckreiz, Flush und Urtikaria, wie die Kollegin auf der 45. DDG-Tagung berichtete. In 58 % war dem Zwischenfall ein Konsum von Sojadrinks vorausgegangen. Seltener hatten Ketjap manis, Sojabohnen, -flocken, -pudding oder Tofu das Immunsystem alarmiert.  

Birkenpollenallergiker sollten über diese mögliche Kosensibilisierung informiert sein: Gewarnt werden müssen sie vor allem vor nichthydrolysierten Produkten wie Sojadrinks.  

Fundstelle:  Medical Tribune, Ausgabe 22 / 2009 S.26

Nahrungsergänzung bei ADHS: Evidenz aus klinischen Studien

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Hyperaktive Kinder haben relativ niedrige Serumkonzentrationen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Das zeigen mehrere Untersuchungen. Die Oxford-Durham-Studie deutet darauf hin, dass Supplementierung die Kernsymptome des ADHS günstig beeinflussen kann. Im Klientel eines Kinder- und Jugendpsychiaters wird etwa jeder dritte bis zweite Patient mit Symptomen eines Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) vorstellig. Mangels zuverlässiger prospektiver Untersuchungen in der Vergangenheit lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob die Prävalenz in den letzten Jahren gestiegen ist. Klar ist für den Münchner Kinder- und Jugendpsychiater Klaus Werner Heuschen: Die Erkrankung und die damit einhergehenden Probleme nehmen im Bewusstsein der Bevölkerung immer größeren Raum ein.  (mehr …)

Analog-Insulin – „Der reinste Selbstbedienungsladen“

Samstag, Juni 20th, 2009

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Iqwig) soll Scheininnovationen nach harten Kriterien aussieben – eine Bedrohung für die Pharmakonzerne. Im stern.de-Interview wehrt sich Iqwig-Leiter Sawicki gegen die Kampagne der Pharmaindustrie. 

Doppelt so viel Geld wie für die Forschung gibt die Pharmaindustrie für Werbung aus und setzt lieber auf Altbewährtes als auf echte Innovation.  

Nun steht das Iqwig vor seinem ersten Härtetest – am 18. Juli wird aufgrund der Beurteilung des Iqwig entschieden, ob die umstrittenen Insulin-Analoga weiterhin von den Krankenkassen bezahlt werden, oder nicht. Ein Präzedenzfall, der auch über die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems entscheidet. Die Pharmaindustrie fühlt sich bedroht und fährt eine Kampagne gegen das Institut und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter. Dabei schreckt sie auch vor persönlicher Verunglimpfung des Iqwig-Leiters Peter Sawicki nicht zurück.  

Herr Sawicki, sind Sie der meistgehasste Mann der Pharmaindustrie? 

(mehr …)

Pharmaindustrie: Druck über Drittmittel

Freitag, Juni 19th, 2009

Peter Sawicki, Chef des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), erzählt im stern.de-Interview, wie schwierig es für ihn ist, geeignete Gutachter zu finden. Die müssen entweder um Drittmittelgelder für ihre Forschungen bangen, oder sogar um ihre Karriere.  

Die medizinische Forschung in Deutschland ist finanziell so abhängig von Geldern der Pharmaindustrie, dass die den Hebel ansetzen kann, um Wissenschaftler von einer Zusammenarbeit mit dem IQWiG abzuhalten. Mediziner, die als externe Gutachter vom IQWiG angeworben werden, fürchten um Drittmittel-Gelder der Industrie, ohne die für sie Forschungen nicht mehr möglich wären. Wie Sawicki berichtet, möchten viele Wissenschaftler ihre Abhängigkeiten auch gar nicht öffentlich machen – eine Bedingung für eine Zusammenarbeit mit dem Institut, das Medikamente und Therapien nach wissenschaftlichen Kriterien auf ihren wirklichen Nutzen hin überprüft. Unabhängigkeit ist für das IQWiG von großer Wichtigkeit, weil aufgrund seiner Beurteilungen Entscheidungen über Erstattungen der gesetzlichen Krankenversicherung getroffen werden, die gegen massive Interessen der starken Pharma-Lobby laufen können.  

Doch nicht nur dem Druck der Pharmaindustrie sind das IQWiG und seine Mitarbeiter ausgesetzt – auch renommierten Ärztegesellschaften sind manche Gutachten unbequem. So müssen vor allem jüngere Wissenschaftler befürchten, dass die IQWiG-Zusammenarbeit zu einem Makel für ihre weitere Karriereplanung werden könnte – denn über die Vergabe von Professuren entscheiden Leute, die zumeist auch in den Ärztegesellschaften sitzen.   (mehr …)

Antipreis für Actimel

Donnerstag, Juni 18th, 2009

Danone ist für die dreisteste Werbelüge des Jahres ausgezeichnet worden. Die Verbraucherorganisation Foodwatch sprach im Zusammenhang mit Trinkjoghurt von Etikettenschwindel. 

Der Trinkjoghurt des Herstellers Danone schütze nicht vor Erkältungen, erklärte die Leiterin der Foodwatch-Kampagne „abgespeist.de“, Anne Markwardt. Er stärke das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, sei aber viermal so teuer und doppelt so zuckrig. „Die Werbung von Danone ist ein großes probiotisches Märchen.“ 

Fundstelle und weiterlesen:  http://www.focus.de/finanzen/news/werbung/werbeluege-antipreis-fuer-actimel_aid_382524.html

Gute Ernährung ist gut fürs Gehirn

Montag, Juni 15th, 2009

Die Lebensweise beeinflusst Demenz stark 

„Die Ernährung ist neben der geistigen Betätigung und der körperlichen Aktivität eine der drei wichtigen Säulen in der Demenzvorbeugung“, meint Prof. Johannes Pantel vom Uniklinikum Frankfurt. Die Lebensweise beeinflusst den Verlauf einer Demenzerkrankung nach Forschungen des Gerontopsychiaters Johannes Pantel mindestens so stark wie die Einnahme von Medikamenten. 

Zwar seien die Gehirnkrankheiten noch nicht heilbar, aber eine gesunde Ernährung, Bewegung, soziale Aktivitäten und geistige Anregungen beugten der Erkrankung vor oder linderten ihren Verlauf. „Kalorienbegrenzung und viele ungesättigte Fettsäuren etwa in Fisch oder Leinsamen beugen nachlassenden Gehirnfunktionen vor“, sagte Prof. Hansdetlef Wassmann von der Universitätsklinik Münster. Auch das Demenz- oder Schlaganfall-Risiko lasse sich mit richtiger Ernährung eindämmen.  (mehr …)

Immer mehr Frauen sterben an Lungenkrebs

Sonntag, Juni 14th, 2009

Dramatische Folgen des Rauchens Die Zahl der Todesfälle unter Frauen infolge von Lungen- und Bronchialkrebs ist in Deutschland stark angestiegen. Sie verdoppelte sich nahezu seit 1987 auf 12 599 Fälle im Jahr 2007, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltnichtrauchertags am Sonntag am 31. Mai mitteilte.  

Bei den Männern war im selben Zeitraum dagegen ein Rückgang von acht Prozent auf 30.406 Todesfälle zu verzeichnen. Krebserkrankungen der Lunge, der Bronchien, des Kehlkopfs oder der Luftröhre können in engen Zusammenhang mit dem Rauchen gebracht werden. Während deutsche Frauen im Durchschnitt gut 80 Jahre alt werden, waren es 2007 bei Frauen mit einer für das Rauchen symptomatischen Krebsart durchschnittlich rund zehn Jahre weniger. Bei erkrankten Männern verkürzte sich die Lebensdauer von knapp 73 auf 70 Jahre. 

(mehr …)

Diabetes 1 – doppelt so viele Kleinkinder betroffen

Sonntag, Juni 14th, 2009

Mediziner befürchten, dass bis zum Jahr 2020 die Zahl der Diabetes-Typ-1-Fälle bei Kindern unter fünf Jahren dramatisch ansteigen wird. Hält der aktuelle Trend an, wird es eine dramatische Zunahme von Diabetes-Erkrankungen unter Kleinkindern geben, lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie. Chris Pattersen von der britischen Universität Belfast und Kollegen werteten für ihre Hochrechnung im Fachjournal „The Lancet“ (online vorab) die Daten von mehr als 29 000 Diabetespatienten aus 17 europäischen Ländern im Zeitraum von 1989 bis 2003 aus. 

Nach Berechnung der Forscher stieg die Zahl der Diabetes-1-Neuerkrankungen im Untersuchungszeitraum jedes Jahr um 3,9 Prozent, bei Kindern unter fünf Jahren sogar um 5,4 Prozent. Über die Gründe spekulieren die Experten noch. Neben genetischen Faktoren könnten auch Wachstumsstörungen eine Rolle spielen. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass in Europa die Zahl der erkrankten Kinder unter 15 Jahren von 94 000 in 2005 um 70 Prozent auf 160 000 in 2020 steigen wird. Typ-1-Diabetes entsteht, wenn die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört sind. Meist beginnt diese Erkrankung bereits im Kindes- und Jugendalter. Betroffene müssen sich in der Regel lebenslang Insulin spritzen. Wesentlich häufiger ist jedoch Diabetes vom Typ 2, der oft im Zusammenhang mit Übergewicht steht. Während er früher als „Altersdiabetes“ galt, leiden jetzt zunehmend auch Jüngere an der Zuckerkrankheit. 

Fundstelle:  http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/diabetes/news/diabetes-doppelt-so-viele-kleinkinder-betroffen_aid_403046.html  

Lesen Sie auch:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/diabetes/symptome/zuckerkrankheit/diabetes_aid_10694.html
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/diabetes/symptome/zuckerkrankheit/diabetes-typ-1_aid_10695.html