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Vitamin B12-Mangel ist bei rein pflanzlicher Ernährung ein Problem

Montag, Juni 27th, 2011

In Kreisen von überzeugten Rohköstlern und Veganern ist die Ansicht verbreitet, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 bei rein pflanzlicher Ernährung über die Eigensynthese von Bakterien im Dickdarm möglich sei, zudem werden immer wieder diverse pflanzliche Nahrungsmittel genannt, die doch als Vitamin B12-Quelle dienen könnten. Der Tagesbedarf an Vitamin B12 liegt beim Erwachsenen bei 3 µg pro Tag. Vitamin B12 kann nur von bestimmten Mikroorganismen gebildet werden. In der Leber eines Gesunden sind im Normalfall 2 bis 5 mg Vitamin B12 gespeichert, weshalb ein Mangelzustand erst nach Jahren auftritt. Mit der üblichen Ernährung wird in Mitteleuropa eine weit über dem Tagesbedarf liegende Vitamin B12-Menge zugeführt. Ein ernährungsbedingter Vitamin B12-Mangel kann nur bei einer langjährigen strengen vegetarischen Ernährung auftreten, bei welcher also keinerlei tierische Nahrungsmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Eier verzehrt werden. 

Bei zahlreichen Untersuchungen pflanzlicher Nahrungsmittel, teilweise auch fermentierter, wie z.B. Sauerkraut, Tofu, Miso, Petersilie, Tamari, Pilzen, Meeresalgen, Bierhefe und Blütenpollen wurden keine nennenswerten Vitamin B12-Gehalte gemessen. lm Dickdarm wird zwar eine beachtliche Menge an Vitamin B12 von Bakterien hergestellt, diese kann jedoch nicht über den Darm aufgenommen werden. Mehrere Studien haben gezeigt, dass bei rein pflanzlicher Ernährung der Homocysteinspiegel im Blut erhöht ist. Dieser gilt als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Veganer sollten also bei länger dauernder Praxis ihrer Ernährung auf Vitamin B12-Supplemente oder mit Vitamin B12 angereicherte pflanzliche Lebensmittel zurückgreifen. Dies gilt besonders für Schwangere, Stillende und für im Wachstum befindliche Kinder.